19 September 2005

DEULA Schleswig-Holstein untersucht auf Rapsölkraftstoff umgerüstete Schlepper

Stark steigende Preise für Diesel und die Begrenzung der Agrardieselförderung auf 10.000 l je Betrieb und Jahr haben das Interesse zur Verwendung von Rapsölkraftstoff in Maschinen der Land- und Forstwirtschaft stark steigen lassen. Eine Vielzahl von Schleppertypen sind für den Einsatz von Rapsölmethylester, Biodiesel gemäß der europäischen Norm EN 14214, jedoch nicht für Rapsölkraftstoff freigegeben.

Freigaben sind das Ergebnis intensiver Motorprüfstands- und Flottenuntersuchungen durch die Motorenhersteller. Systematische Untersuchungen zur Eignungsfeststellung von Rapsölkraftstoff wurden von der Landmaschinenindustrie nicht durchgeführt und bisher nicht in Aussicht gestellt. Auch von Seiten der Umrüster sind systematische Auswertungen und Befundungen zur Motorverträglichkeit nicht bekannt. Im Falle der Umrüstung auf Rapsölkraftstoff erlischt bei Neufahrzeugen die Garantie. Zur Verbesserung der Betriebssicherheit und zur Minimierung des Anwenderrisikos befindet sich die Rapsölkraftstoffnorm E DIN 51605 in der Abstimmung. Die endgültige Norm wird Ende 2005 erwartet. Diese Anforderungsnorm löst den sogenannten Weihenstephaner RK-Standard 05/2000 ab.

Mit dem von der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP), Innovationsstiftung Schleswig-Holstein, Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. und der LWK Schleswig-Holstein geförderten Projektvorhaben wird das Ziel verfolgt, Schlepper und Erntemaschinen, die mit Rapsölkraftstoff betrieben werden und nicht an dem 100-Schlepper-Programm der FNR teilgenommen haben, zu begutachen.

Im Rahmen dieses Projektes werden unter anderem Daten zum Rapsölkraftstoffeinkauf, Lagerung und zum Einsatz nach Schleppertypen sowie zum Einsatzprofil des jeweiligen Fahrzeuges erfasst. Mit einem Endeskop wird der Motorinnenraum auf mögliche Verkokungserscheinungen oder Verheizungen untersucht und das Befundungsergebnis unter Berücksichtigung des Umrüstsystems ausgewertet.

Mit dem Projektvorhaben soll ergänzend zum 100-Schlepper-Programm ein Beitrag geleistet werden festzustellen, welche Umrüstsysteme grundsätzlich bei welchem Motortyp unter welchen Einsatzbedingungen geeignet sind für den Betrieb mit Rapsölkraftstoff.

Zur Durchführung des Projektvorhabens werden interessierte Betriebe gesucht. Die Schlepper sollten mindestens 200 Stunden mit Rapsölkraftstoff betrieben worden sein. Die Untersuchung ist kostenlos, dem Betrieb werden die Befundungsergebnisse zur Verfügung gestellt. Interessierte Betriebe wenden sich an

DEULA Schleswig-Holstein GmbH
Dr. Hartwin Traulsen
Am Kamp 13
24768 Rendsburg
Tel.: 0 43 31-84 79 10
Fax: 0 43 31-8 98 71
E-Mail: deula-sh@t-online.de

(Vgl. Meldung vom 2005-07-14.)

Source: UFOP-Pressemeldung vom 2005-09-16.

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