3 Februar 2003

Der Dollar hustet – der Flachs fiebert

Die letzten Monate haben den Markt für Naturfasern und auch für Flachs gehörig durcheinander gebracht. Das gilt weniger für den innergemeinschaftlichen Markt: dieser zeigt festere Preise vor allem im Bereich hochqualitativer Garne vorgarngekocht in gröberer Ausspinnung sowie im Bereich Trockengarne.

Wesentlich schwieriger sind die Verhältnisse beim Faserexport in den Dollar-Raum. Dort sind aus langlaufenden Kontrakten aufgrund des binnen Monaten um 10% gesunkenen Dollars Zuschussgeschäfte geworden. Umgekehrt sind die Abnehmer vor allem in Fernost nicht willens, die aufgrund der Währungsdifferenz notwendigen Preissteigerungen für kurzfristige Kontrakte zu tragen. Insoweit werden bei durchaus reger Nachfrage die Preise doch sehr ausgiebig diskutiert.

Nun könnte man auf den Gedanken kommen, dass für den Faserrohstoff leicht mehr bezahlt werden könnte, sind doch die Rücklieferungen an Garnen, Stoffen oder Bekleidung viel umfangreicher. Hier jedoch sind die Verhältnisse nochmals komplizierter: zunächst exportiert Fernost zu mehr als der Hälfte in den Dollarraum, so dass hieraus kein Währungsgewinn erwächst. Zudem sind auch die Verkäufe in den Euro-Raum häufig auf Dollarbasis abgeschlossen, so dass der europäische Importeur und nicht der beispielsweise chinesische Produzent der Nutznießer ist.

Was ein Anhalten des starken Euro für die innergemeinschaftlichen Anbauer und Erstverarbeiter von technischen Fasern bedeutet , ist leicht auszurechnen: erhöht sich aufgrund der Währungsverschiebung bei einem Importeur der Gewinn um 10% (oder wird ein kompetitiver Preisnachlass von 10% schadlos möglich) so erhöht sich der wirtschaftliche Druck in diesem margenschwachen Bereich in der gleichen Größenordnung.

Source: www.flachs.de vom 2003-01-31.

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