27 September 2001

Daunenbetten und -jacken aus Pappelflaum

Die Wirtschaftswoche stellt in ihrer aktuellen Ausgabe in der Rubrik “Schumpeter”, in der regelmäßig innovative Unternehmensgründungen vorgestellt werden, die Freiburger Firma Pappillon Daunen GmbH vor (vgl. auch Meldung vom 15.08.2000).

Die Freiburger ernten Pappelfasern in einem gemeindeeigenen Wald nahe Bietigheim. Die Fasern werden mit Hilfe eines selbstentwickelten und patentierten Verfahren getrennt, gereinigt und getrocknet. Eine chemische Behandlung ist nicht notwendig.

Forschungsergebnisse bescheinigen den Pappelfasern eine hohe Wärmeisolation und eine sehr gute Wasserdampfaufnahmefähigkeit. Im Vergleich zu konventionellen Daunendecken sind die Pappeldecken sehr dünn und auch leichter. Nach Angaben der Firma Pappillon wird weder Schwitzen noch Frieren begünstigt. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund bestätigt, dass es kein pflanzliches Material auf dem Markt gebe, das so gut warm halte.

Die Bettdecken aus Pappelflaum kosten zwischen 500 und 1000 DM. Bald sollen die Fasern der Freiburger in Schlafsäcken und Freizeitjacken verarbeitet werden. Der für dieses Jahr avisierte Jahresumsatz beträgt 400.000 DM. Im nächsten Jahr sollen bereits 1,5 Millionen DM umgesetzt werden.

Pappillon kooperiert auch mit Farmern aus Rumänien, China, den USA und Patagonien. Außerdem experimentiert man auch mit anderen Pflanzenfasern. Nach Ansicht des Unternehmensgründers Jens-Gerrit Eisfeld kommen auch Distelfasern in Frage. Im Gegensatz zu den Pappelfasern benötige man hierbei zur Ernte auch keine Hebebühnen und Fesselballone.

Autor: Klaus-Martin Meyer (nova)
Endredaktion: Marion Kupfer (nova)
Quelle: Wirtschaftwoche vom 27. September 2001.

Source: Wirtschaftwoche vom 27. September 2001.

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