25 Juni 2004

Datenbank für naturfaserverstärkte Kunststoffe findet großen Anklang bei Experten

Am 8. und 9. Juni 2004 fand in Hürth im Rheinland der N-FibreBase-Fachkongress zu Naturfaser-Verbundwerkstoffen (NFK) statt. Über 60 Experten aus Automobilindustrie, Universitäten und Instituten, Naturfaserproduktion sowie Ministerien diskutierten offen über alle Themen des Bereiches NFK. Der aktuelle Stand der technischen Verarbeitung der Materialien wurde ebenso präsentiert, wie die politischen Rahmenbedingungen für ihren Einsatz.

Im Fokus der Präsentationen stand die Kennwertdatenbank für Naturfaser-Verbundwerkstoffe (www.N-FibreBase.net), ein von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördertes Projekt. Damit steht nicht nur erstmals eine umfassende und verlässliche Datensammlung für die neue Werkstoffgruppe NFK zur Verfügung, sie ermöglicht außerdem die CAE-Simulation für Teile aus NFK. Betreiber der Datenbank ist die Aachener Firma M-Base, bekannt durch die Kunststoffdatenbank CAMPUS.

Insgesamt kommen allein in Deutschland bereits jährlich ca. 50.000 t Naturfaser-Verbundwerkstoffe – vor allem in der Automobilindustrie zum Einsatz, wie die aktuelle Markterhebung des nova-Instituts zeigt. Als Matrixmaterialien finden bisher vor allem PP, PU und Epoxy-Harz Verwendung.

Verschiedene Vorträge befassten sich mit der neuen Werkstoffgruppe Naturfaser-PP-Spritzguss: Während das nova-Institut Stand und die Chancen präsentierte, zeigte die Firma FLZ (Oderwitz) bereits eine der ersten Serienanwendungen im Automobil. Johnson Controls berichtete in diesem Kontext über die komplexen internen Entscheidungsabläufe bei der Werkstoffauswahl.

Das Faserinstitut Bremen, das die Naturfaserdaten für N-FibreBase ermittelte, zeigte zudem erste viel versprechende Ergebnisse eines von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Projektes zum SMC-Verfahren mit Naturfasern.

Dr. Käb von der Interessengemeinschaft Biologisch Abbaubare Werkstoffe (IBAW) schlug die Brücke zwischen naturfaserverstärkten Kunststoffen hin zu Bio-Kunststoffen. Beide Bereiche, bislang von verschiedenen Akteuren betrieben, könnten in Zukunft mehr und mehr zusammen wachsen.

Neben den mehr ingenieurtechnischen Themen kamen aber auch die politischen Rahmenbedingungen nicht zu kurz. Dr. Kopp vom Umweltministerium erörterte die deutsche Umsetzung der EU-Altauto-Richtlinie vor und stellte klar, dass es aus seiner Sicht keine Bevorzugung von nachwachsenden Rohstoffen bei der Abfallverwertung geben könne. Während die unmittelbare energetische Nutzung der Biomasse also massiv von Brüssel und Berlin gefördert wird, stehen die Rahmenbedingungen für eine energetische Nachnutzung von Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen schlecht.

Die FNR, die die Kennwertdatenbank über zwei Jahre förderte, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Verlauf des Projektes und bekundete die Absicht, die stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe auch weiterhin als Schwerpunkt zu fördern.

Sämtliche Vorträge werden in Kürze im PDF-Format auf www.N-FibreBase.net verfügbar sein.

nova-Institut GmbH
Dipl.-Phys. Michael Karus (v.i.S.d.P.)
Goldenbergstr. 2
50354 Hürth
Tel.: 02233 – 94 36 84
Fax: 02233 – 94 36 83
E-Mail: contact@nova-institut.de

Source: Pressemitteilung vom 2004-06-25.

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