25 Mai 2007

DaimlerChrysler fährt Nawaro-Projektförderung herunter

Der Autokonzern DaimlerChrysler zieht sich aus der Förderung mehrerer Projekte weltweit zur Nutzung von Naturfasern im Automobilbau und und zur Erzeugung von Biokraftstoffen zurück.

Wie SpiegelOnline berichtete, soll die Förderung der Naturfaserfabrik Poematec in Belém, Brasilien vollständig auslaufen. Dort werden Autositze, Kopfstützen und Naturfaser-Karosserieteile aus Kokosfasern und Latex hergestellt. Die Förderung weiterer Projekte in Südafrika und auf den Phillipinen zu Sisal- bzw. Bananenfasern sei ebenfalls gekündigt worden oder auf dem Prüfstand. Bei einem Förderprojekt zur Herstellung von Biokraftstoffen aus Jatrophaöl in Indien verhandle das Unternehmen mit der BASF und dem Biokraftstoffhersteller ADM darüber, das Projekt abzugeben.

Die Nutzung nachwachsender Rohstoffe sei nach wie vor Thema bei DaimlerChrysler, betont dagegen ein Pressesprecher des Unternehmens. Wie Forschungsvorstand Herbert Kohler dem SpiegelOnline mitteilte, seien die Öko-Projekte erfolgreich angestoßen worden und müssten sich nun “am Markt bewähren”.

Die genannten Projekte in Brasilien und auf den Phillipinen seien befristete Projekte gewesen, deren Förderung nun ausliefe, so der Pressesprecher. Die betroffenen Unternehmen blieben weiterhin Zulieferer für DaimlerChrysler bzw. für dessen Lieferanten. Für Poematec werde derzeit ein Investor gesucht, bei dem Jatrophaprojekt in Indien bereite man derzeit “den nächsten Schritt” vor. Zudem werden weiterhin Fahrzeuge des Unternehmens in Indien mit Treibstoff von der Jatrophapflanze betrieben. Ein Engagement des Unternehmens in neuen Projekte zur Herstellung nachwachsender Rohstoffe war dem Pressesprecher nicht bekannt.

Zum Thema berichtet Sebastian Knauer für SpiegelOnline im Beitrag “Der grüne Lack ist ab” (Link).

(Vgl. Nachrichten vom 2005-07-07, 2006-09-04 und 2005-11-18.)

Source: SpiegelOnline, 2007-05-03 und mündl. Mitteilung von Matthias Brock, Sprecher DaimlerChrysler, 2007-05-25.

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