18 Juli 2000

DaimlerChrysler AG: Flachs substituiert Glasfaser

Die Daimler-Chrysler AG (Stuttgart) beschäftigt sich in diversen Projekten mit der Verarbeitung von Naturfasern, um nachwachsende und wieder verwendbare Rohstoffe in Fahrzeugbauteilen stärker nutzen zu können. Hierbei stehen Flachs, Sisal und Hanf im Mittelpunkt. Nach Angaben des Konzerns sind diese Materialien umweltverträglicher und um 40 % leichter als konventionelle Stoffe.
Trotz anspruchsvollerer Verarbeitung, will der Automobilkonzern die Naturmaterialien mit gängigen Kunststofftechnologien verarbeiten.

Zwölf Testfahrzeuge der A-Klasse von Mercedes-Benz erhielten beispielsweise einen Unterbodenschutz aus einem mit Naturfasern verstärktem Kunststoff. Auf einer Entfernung von 500.000 Kilometern wurde dann die Funktionalität getestet. Das erste Serien-Fahrzeug mit einem Aussenbauteil aus Naturfasern wird noch in diesem Jahr der Reisebus Mercedes-Benz Travego sein.

Die Produktion der C-Klasse in East London (Südafrika) werde durch Innenbauteile aus Naturfasern ergänzt, teilte Werner Pollmann, Umweltbevollmächtigter von Daimler-Chrysler nach Angaben der Stuttgarter Zeitung, mit. Erstes Produkt ist dabei eine Hutablage, die aus einem Gemisch aus Sisal und Baumwolle hergestellt wird. DaimlerChrysler will in Südafrika beim Aufbau einer Sisalindustrie eine gewichtige Rolle spielen. Zu diesem Zweck hat der Konzern Technologie und Know-how von der landwirtschaftlichen Naturfaserproduktion über die Vliesherstellung bis zur serienreifen Fahrzeugkomponente nach Südafrika transferiert.

Der deutsch-amerikanische Autokonzern hat nach eigenen Angaben im letzten Jahr drei Milliarden DM für den Umweltschutz aufgebracht. Mit 1,7 Milliarden DM ist dabei mehr als die Hälfte in Forschung und Entwicklung umweltfreundlicher Produkte und Verfahren investiert worden.

Autor: Klaus-Martin Meyer (nova)
Endredaktion: Michael Karus (nova)
Quelle: Stuttgarter Zeitung vom 18.07.00, Frankfurter Rundschau vom 19.07.00.

Source: Stuttgarter Zeitung vom 18.07.00, Frankfurter Rundschau vom 19.07.00.

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