25 November 2005

Cranberrys gegen Plaque

Die amerikanischen Moosbeeren enthalten Stoffe, die gegen Karies wirken

Der Saft aus den heidelbeerähnlichen Cranberrys kann Karies vorbeugen: Amerikanische Forscher haben entdeckt, dass die roten Beeren die Bildung der so genannten Plaque auf dem Zahnschmelz verhindern können. In diesem Zahnbelag, der viele Mikroorganismen enthält, bilden sich sonst die Säuren, die auf Dauer den Zahnschmelz zersetzen.

Die antimikrobielle Wirkung der aus Nordamerika stammenden Cranberrys, in Deutschland auch großfrüchtige Moosbeeren genannt, wurde bereits in verschiedenen Studien nachgewiesen. So helfen die roten Beeren unter anderem gegen Harnwegsinfektionen und beugen ersten Laborergebnissen zufolge sogar Infektionen mit Darmviren vor. Wissenschaftler glauben, dass der Cranberrysaft dabei das Anheften der Erreger an die Oberfläche der betroffenen Organe wie beispielsweise der Blase verhindert.

Wenn dieses Prinzip in der Blase funktioniert, müsste es genauso gut auch an der Zahnoberfläche wirken, vermuteten Koo und sein Team, denn schließlich nutzen die Karieserreger ebenfalls spezielle Hafteiweiße, um sich am Zahnschmelz festzuhalten. Auf diese Weise bilden sie rund um den Zahn eine Art Festung, hinter der sie in aller Ruhe Zucker aus der Nahrung zersetzen und sich vermehren können. Dabei produzieren die Mikroben jedoch Säuren, die den Zahnschmelz angreifen und so Karies erzeugen.

Tatsächlich konnten die Forscher nachweisen, dass der Cranberrysaft die Bildung dieser Zahnplaque verhindert: Er blockiert bei den Bakterien eine Gruppe von Enzymen, die wie molekulare Maurer die verschiedenen Bestandteile der Plaque zusammenfügen. Außerdem hindern die Beeren andere Bakterien daran, sich mit den bereits am Zahn anhaftenden zu verbünden.

Allerdings reiche es nicht, kommerziell erhältliche Cranberry-Säfte zu trinken, geben die Forscher zu bedenken. Diese Produkte seien häufig mit sehr viel Zucker versetzt, der die positive Wirkung der Beeren aufhebt. Das Team will nun gezielt nach den kariesvorbeugenden Inhaltsstoffen suchen, um sie später möglicherweise Mundwasser oder Zahnpasta zusetzen zu können.

Source: www.wissenschaft.de vom 2005-11-25.

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