13 Dezember 2005

COPA/COGECA begrüßen Biomasse-Aktionsplan der EU-Kommission

Feiter: Anpassungszeit für Entwicklung der EU-Bioethanolindustrie wichtig

Brüssel, 12. Dezember 2005 (AIZ). – In der vergangenen Woche veröffentlichte die EU-Kommission ihren Aktionsplan für Biomasse. “Die Qualität der von der Kommission durchgeführten Analyse ist zu begrüßen. Diese deckt in erschöpfender und detaillierter Weise die jeweiligen Verwendungszwecke der Biomasse ab, sowohl im Bereich der Biokraftstoffe, als auch der Biobrennstoffe und des Ökostroms”, erklärte Franz-Josef Feiter, Generalsekretär von COPA und COGECA.

“Die Kommission ist sich des strategischen Interesses der diversifizierten Vorkommen land- und forstwirtschaftlicher Biomasse der EU-25 bewusst geworden und hat eine ganze Reihe von Aktionen übernommen, die wir in unserem Memorandum vorgelegt haben.

Allerdings muss im Hinblick auf eine ausgewogene Entwicklung zwischen der Binnenproduktion und den Importen, die von der Kommission für Biokraftstoffe angeregt wird, eine ausreichend lange Anpassungszeit vorgesehen werden, damit die aktuelle Entwicklung der einheimischen Produktion von Ölsaaten nicht in Frage gestellt wird und die sich im Anlauf befindliche europäische Bioethanolindustrie das gebotene Niveau der Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen vermag, um dem Wettbewerbsdruck der seit geraumer Zeit in Drittländern entwickelten Industriesparten standzuhalten”, so Feiter.

“Dieser Bericht kommt zwar dem Entschließungsantrag des Europäischen Parlaments vom 28.09.2005 zu erneuerbaren Energieträgern in der EU entgegen, wo bedauert wird, dass die Biomasse “der schlafende Riese unter den erneuerbaren Energieträgern” bleibt.

Der Aufruf der Kommission und des Europäischen Parlaments, diesen Riesen zu wecken, muss aber noch Anklang bei den Mitgliedstaaten und beim EU-Rat finden. In mehreren Mitgliedstaaten sind die bestehenden Richtlinien nicht wirksam in die Praxis umgesetzt worden.

In Dänemark beispielsweise haben die CO2-Emissionen des Verkehrssektors im Jahre 2004 um 4,5% gegenüber 2003 zugenommen. Dennoch bleibt das kürzlich von der dänischen Regierung festgelegte 0,1%-Ziel für den Marktanteil von Biokraftstoffen merklich hinter dem EU-Ziel zurück”, unterstrich er weiter.

“Es wäre wirklich nicht normal, wenn Biomasse, die es erlaubt, die Energieabhängigkeit binnen fünf Jahren von 48% auf 42% zu verringern sowie die CO2-Emissionen um 209 Mio. t jährlich zu reduzieren und 300.000 Arbeitsplätze zu schaffen, wie bislang nicht in vollem Umfang ausgeschöpft würde.

Und es wäre ein folgenschwerer politischer Fehler, ab dem Jahre 2010 auf aus Biomasse gewonnene 80 Mio. t zusätzlich (in Erdöl-Äquivalenten) gegenüber 2003 zu verzichten, denn ganz abgesehen von den Bereichen Energie und Umwelt stellt die Biomasse, die das Gebiet der EU-25 sehr weit gehend bedeckt, auch einen maßgeblichen Faktor der Kohäsion dar”, sagte Feiter.

(Vgl. Meldung voom 2005-12-08.)

Source: AIZ.info vom 2005-12-12.

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