14 Dezember 2015

CO2 als neuer Rohstoff Thema auf Klimagipfel

Treibhausgas lässt sich für Kunststoff-Herstellung verwenden / Covestro führt Vorzeigeprogramm der Europäischen Union

Foam made with recycled CO2

CO2 kann zur Produktion hochwertiger Schaumstoffe verwendet werden.

Die neuen Möglichkeiten, das Treibhausgas Kohlendioxid als Rohstoff in der Kunststoffherstellung zu nutzen, sind Thema während der UNO-Klimakonferenz. Entsprechende Aktivitäten in Industrie, Wissenschaft und Politik wurden am Rande des Pariser Gipfels von Climate-KIC vorgestellt, einer Initiative der Europäischen Union für Klima-Innovationen. Mit einem Vorzeigeprogramm namens enCO2re will sie dazu beitragen, in der Kunststoffindustrie das knapper werdende Erdöl teilweise durch CO2 zu ersetzen. Das Programm wird vom Werkstoffhersteller Covestro geführt, einem der Vorreiter auf diesem Gebiet.

Climate-KIC präsentierte dieses Programm und andere am Freitagabend im Verlauf einer Veranstaltung im Pariser Grand Palais. Anwesend waren unter anderem die UNO-Sondergesandte für den Klimawandel, Mary Robinson, und der renommierte Klima-Wissenschaftler Hans Joachim Schellnhuber, Vorsitzender des Aufsichtsrats von Climate-KIC.

Nutzung für Schaumstoff, Gummi und Kunstfasern

EnCO2re unterstützt technologische Innovationen – etwa die Möglichkeit, Kohlendioxid künftig auch zur Herstellung von Gummi und Kunstfasern einzusetzen. Weit fortgeschritten ist bereits ein von Covestro entwickeltes Verfahren, mit dem Klimagas einen Werkstoff für hochwertigen Schaumstoff herzustellen. Die Produktion im industriellen Maßstab soll 2016 beginnen.

„CO2 so weit wie möglich zu verwerten und so den Kohlenstoffkreislauf zu schließen, ist der Weg in die Zukunft“, erklärte Covestro-Innovationsvorstand Dr. Markus Steilemann. „Wir freuen uns, dass die Politik dies erkennt und entsprechende Bemühungen in Wirtschaft und Wissenschaft systematisch fördert – seit längerem in Deutschland und nun auch auf EU-Ebene. Unser Unternehmen kann und will mit seinem Know-how in der Prozess- und Katalyseforschung dazu beitragen, die Aktivitäten zur Nutzung von Kohlendioxid weiter voranzutreiben.“

Auftrag an Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft

Dr. Christoph Sievering, Leiter Energiepolitik bei Covestro und Vorsitzender des enCO2re-Lenkungsausschuss, hob die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit auf dem Gebiet hervor. So seien an dem enCO2re-Programm neben führenden Industrieunternehmen auch sechs Exzellenz-Universitäten in Europa als wissenschaftliche Partner beteiligt. „Über die Zusammenarbeit von Industrie und Wissenschaft hinaus ist aber auch der Austausch mit Politik und Gesellschaft nötig, um den neuen Technologien rund um CO2 zum Durchbruch zu verhelfen und zu verdeutlichen, dass die Industrie Teil der Lösung des Klimaproblems sein kann und muss.“

Entsprechend ist es auch Ziel von enCO2re, den Stellenwert des Themas in der Öffentlichkeit zu erhöhen. Zudem erkundet das Programm von Climate-KIC Wertschöpfungsketten, um CO2-Quellen und -Anbieter mit potenziellen Nutzern zusammenzubringen. Climate-KIC ist eine von mehreren sogenannten Wissens- und Innovationsgemeinschaften des Europäischen Innovations- und Technologieinstituts (EIT) und versteht sich als größte europäische Innovationsinitiative für Klimaschutz und Klimafolgenanpassung.

 

Über Covestro

Mit einem Umsatz von 11,8 Milliarden Euro im Jahr 2014 gehört Covestro zu den weltweit größten Polymer-Unternehmen. Geschäftsschwerpunkte sind die Herstellung von Hightech-Polymerwerkstoffen und die Entwicklung innovativer Lösungen für Produkte, die in vielen Bereichen des täglichen Lebens Verwendung finden. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Automobilindustrie, die Elektro-/Elektronik-Branche sowie die Bau-, Sport- und Freizeitartikelindustrie. Covestro, vormals Bayer MaterialScience, produziert an 30 Standorten weltweit und beschäftigt per Ende September 2015 rund 15.700 Mitarbeiter (umgerechnet auf Vollzeitstellen).

Source: Covestro, Pressemitteilung, 2015-12-07.

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