12 April 2011

Chinesische WPC-Produktion weiter stark wachsend

Massivholzprodukte weichen Holzwerkstoffen

Wie die China Paper and Package Weekly berichtete, ist die Zahl der Hersteller von Wood-Plastic-Composites (WPC) innerhalb von drei Jahren von 140 im Jahr 2007 auf jetzt rund 170 gestiegen. Die Branche stellt unter anderem Türen aus Hohlprofilen, Platten und Profile für Bodenbeläge, Wandverkleidungen, Gartenhäuser und Außenmöbel her. Mit einem Produktionswert von rund 1,2 Mrd. Renminbi Yuan (RMB; rund 131 Mrd. Euro; durchschnittlicher Wechselkurs im November 2010: 1 Euro = 9,127 RMB) liegt China weltweit an zweiter Stelle. Die China Paper and Package Weekly erwartet für die nächsten Jahren jährliche Zuwachsraten von 30 bis 50%.

Damit dürfte die Branche mittelfristig rund 10 Mio. t WPC herstellen und könnte einen Produktionswert von 50 Mrd. RMB erreichen. Produktionsstandards fehlen jedoch derzeit noch weitgehend. Dies betrifft auch die eingesetzten Materialien wie zum Beispiel in der Regel recyceltes PE (Polyethylen) sowie PVC (Polyvinylchlorid). Jährlich sollen laut China Paper and Package Weekly rund 2,5 Mio. t Kunststoff in China recycelt werden. Experten fordern daher die Einführung von Industriestandards. Seit 2000 sind in China rund 80 Patente im Bereich WPC angemeldet worden; davon sollen 50 relativ praxisnah sein, so die Zeitschrift.

Chinas Hersteller von Holzfußböden und -türen sowie anderer Raumausstattungen auf Holzbasis macht der steigende Holzpreis zu schaffen. Massivholzprodukte weichen damit zunehmend anderen Produkten wie zum Beispiel laminierten Holzböden oder Parkettfußböden (Engineered Wood Flooring). Die Produktion von Massivholzböden sank 2009 um 3,5%, während die Herstellung von Parkettfußböden geringfügig um 0,8% stieg, so die China Building Materials Daily. Am stärksten legte die Produktion von Platten aus verschiedenen Holzwerkstoffen (Renzao Ban) zu.

Jährlich werden laut China Building Materials Daily über 500 Mio. qm Türen und Fenster in China nachgefragt. Damit sei das Land weltweit größter Produzent und Nachfrager. Ab 2011 dürfte sich das Marktwachstum etwas verlangsamen und rund 11% pro Jahr betragen, so die Zeitung. Die Gesamtproduktion 2011 wird auf rund 195 Mrd. RMB geschätzt. Leicht über dem Durchschnitt mit 13,9% soll demnach bis einschließlich 2011 die Nachfrage nach Kunststofffenster und -türen steigen. Über 70% des Marktumsatzes werden jährlich im Yangzi-Delta gemacht. Produktionszentren sind die Provinzen Zhejiang, Jiangsu, Liaoning und Sichuan.

Hebei Orient Sundar Window (Dongfang-Shunda) sowie sein Joint Venture Sundar Moser Door & Windows mit dem deutschen Hersteller Moser (Haslach) erweitern die bisherige Produktion in Gaobeidian, Provinz Hebei. Auf einer Fläche von insgesamt etwa 65 ha soll ein moderner Industriepark für hauptsächlich Niedrigenergietüren und -fenster entstehen. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich, so die China Building Materials Daily, auf 3,3 Mrd. RMB; noch 2011 sollen die neuen Anlagen in Betrieb gehen. Orient Sundar verfügt nach eigener Darstellung auch über das einzige Forschungs- und Entwicklungszentrum auf Provinzebene, das Orient Sundar Technology R&D Center. Es hat bereits an der Erstellung von über 20 Patenten mitgearbeitet. Die Gruppe gilt als einflussreich bei der Erstellung nationaler Standards im Bereich Energieeffizienz in Gebäuden.

Source: China Observer, 2011-04-12.

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