17 August 2006

Chinesische Heilpflanzen – von bayerischen Bauern

Der Anbau von chinesischen Heil- und Gewürzpflanzen kann eine zukunftsträchtige Nische für bayerische Landwirte werden. Wie Landwirtschaftsminister Josef Miller bei der Vorstellung des Pilotanbaus von verschiedenen chinesischen Kräutern und Gewürzen in Rohr sagte, bietet der deutschlandweit erste vertraglich geregelte Anbau von Pflanzen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eine Chance für innovative Unternehmer innerhalb und außerhalb der Landwirtschaft.

Miller: “Für Landwirte, die über das notwendige Know-how verfügen sowie enge Kontakte zur Beratung, Forschung und pharmazeutischen Industrie pflegen, wird der Anbau zunehmend attraktiver.” Der von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) betreute Praxistest ist laut Miller ein Paradebeispiel für angewandte Forschung.

Dem derzeitigen Praxisstadium mit TCM-Pflanzen sind sechs Jahre interdisziplinäre Forschung vorangegangen. “Zusammen mit mutigen Pionieren auf der Anbauer- und Abnehmerseite ist der erfolgreiche Sprung vom Versuchsanbau zum großflächigeren Vertragsanbau gelungen”, sagte der Minister.

Für den inländischen Anbau von Arzneipflanzen sprechen nach den Worten Millers auch die hohen Hygiene- und Qualitätsstandards in der gesamten Produktionskette sowie die strengen Regelungen im Pflanzenschutzmittel-, Arzneimittel- und Lebensmittelrecht. Eventuelle Rückstände könnten auf ein Minimum reduziert und leicht kontrolliert werden.

“Vertreter der Pharmazie und des Arzneimittelrechts wissen um die Problematik von Verwechslungen und Verunreinigungen bei Importware sowie um die daraus resultierenden Risiken für die Verbraucher”, so der Minister.

In Bayern kultivieren rund 250 Betriebe auf einer Fläche von etwa 2.000 Hektar Heil- und Gewürzpflanzen. Die mit TCM-Pflanzen bestellte Anbaufläche beläuft sich in diesem Jahr bayernweit auf drei Hektar.

(Vgl. Meldung vom 2003-02-28.)

Source: Bayerisches Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten vom 2006-08-11.

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