30 März 2007

Chinaschilf soll Häuser heizen

Blockheizkraftwerk geplant

Gross-Bieberau im deutschen Hessen könnte laut einem Bericht von echo-online.de in wenigen Jahren einer südchinesischen Provinz ähneln. Laut Bürgermeister Werner Seubert könnten die Hausbesitzer eines geplanten Neubaugebietes ihre Häuser mit Wärme aus einem Blockheizkraftwerk versorgen, das mit Miscanthus von den umliegenden landwirtschaftlichen Flächen betrieben werden soll.

Als Heizmaterial habe Miscanthus einen Brennwert ähnlich wie Holz, nämlich 4,5 Kilowatt pro Kilogramm (Holz: 4,9 Kilowatt) und könnte daher neben Holz und den bekannten Brennstoffen wie Holz-Pellets einer der wichtigen Brennstoffe der Zukunft werden. “2,23 Kilo Miscanthus-Trockenmasse ersetzen etwa einen Liter leichtes Heizöl. Mit dem Anbau von nur einem Hektar Miscanthus könnten also rund 6.000 bis 7.000 Liter Heizöl eingespart werden”, so Seubert.

Die Pflanze Miscanthus als nachwachsender Rohstoff
Miscanthus sinensis war in In Mitteleuropa lange Zeit nur als Zierpflanze und Blickfang in Gärten bekannt. An guten Standorten kann es bis zu vier Meter hoch wachsen. Wie der Name schon sagt, stammt Chinaschilf aus Südostasien (China, Japan und Korea), wo es in subtropischen bis subarktischen Klimabereichen vorkommt. Chinaschilf vermehrt sich über Rhizome, also über Ausläufer des Wurzelballens. Die hochwüchsige Sorte Miscanthus giganteus wurde um 1935 nach Mitteleuropa eingeführt.

Im letzten Drittel des zurückliegenden Jahrhunderts rückte das Chinaschilf, auch unter der Bezeichnung Elefantengras bekannt, der Suche nach alternativen Energiequellen in das Blickfeld von Forschung und Entwicklung. Wegen des möglichen hohen Trockenmasseertrages spielt dabei vor allem die Art Miscanthus giganteus als nachwachsender Rohstoff eine Rolle.

Nicht nur als potentieller Biomasselieferant, sondern auch als Faserpflanze wurde Chinaschilf neu entdeckt. Nach Rückschlägen in den Achtziger Jahren liefen dann viel versprechende Versuche, bei denen völlig ohne Düngung mehr als 20 Tonnen pro Hektar geerntet werden konnten. Die Aufpflanzung erfolgt nach den letzten Spätfrösten Mitte Mai oder im Spätherbst

Aktuell ist neben der Verwertung als Energieträger auch der Einsatz als Mulchmaterial im Garten- oder Gemüsebau oder als zur Stalleinstreu.

(Vgl. Meldungen vom 2007-02-26, 2007-02-12 und 2007-02-08.)

Source: Echo-Zeitung für Südhessen, 2007-03-29.

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