25 September 2007

China schränkt die Produktion von Biokraftstoffen ein

Angesichts steigender Getreidepreise und Lebensmittelknappheit schränkt China die Herstellung von Biokraftstoff aus Pflanzen stark ein.

Bis zum Jahr 2010 sollten keine neuen Projekte zur Gewinnung von Bio-Ethanol aus Getreide mehr genehmigt werden, teilte die Nationale Entwicklungsreformkommission mit. Noch nicht gestartete Projekte würden gestoppt. Die Regelung solle den Getreidepreis stabilisieren und die Lebensmittelversorung der chinesischen Bevölkerung sicherstellen.

Ausländische Investitionen in chinesische Biokraftstoff-Anlagen würden zudem vorübergehend untersagt. Im August waren die Konsumentenpreise durch die Teuerung der Nahrungsmittelpreise um 6,5 Prozent gestiegen.

Die Kommission rechnet bis 2010 mit einem Anstieg des chinesischen Getreideverbrauchs um 14,3 Prozent im Vergleich zum Jahr 2006. Ziel sei es, die industrielle Nutzung des Getreides bis 2010 unter 26 Prozent zu halten. Im Jahr 2006 hatte die Industrie 35,9 Millionen Tonnen oder 26,8 Prozent des Gesamtaufkommens verbraucht.

Bei der Bekanntgabe der bevorstehenden Regelungen hatte das chinesische Kabinett im Juni betont, das Getreideaufkommen solle in erster Linie für die Ernährung der 1,3 Milliarden Chinesen verwendet werden und nicht zur Befriedigung des steigenden Energiebedarfs.

Das riesige Land kämpft trotz steigender Getreideproduktion immer noch mit Lebensmittelknappheit. Pflanzen werden immer häufiger zur Herstellung von Bio-Ethanol genutzt, einer klimafreundlichen Variante der Kraftstoffgewinnung.

(Vgl. Meldungen vom 2007-04-11 und 2007-01-30.)

Source: Basler Zeitung, 2007-09-25.

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