10 April 2008

China: Mehr Reifen, mehr Kautschuk, weniger Wald

Steigende Kautschuknachfrage kurbelt Plantagenwirtschaft in Süd-China an

Wie die in Taiwan erscheinende China Post berichtet, steigt die Reifenproduktion in China stark an. Der Rohstoff Naturkautschuk wird bisher vorwiegend importiert, rund die Hälfte der Reifenproduktion geht in den Export. Als Folge der steigenden Nachfrage nach dem Rohstoff Kautschuk werden im Süden Chinas offenbar immer mehr Wälder abgeholzt, um Platz für Kautschukplantagen zu gewinnen.

330 Millionen Reifen wurden dem Bericht zufolge im Jahr 2007 in China produziert. Bekannte internationale Marken wie Goodyear, Continental AG, Michelin and Bridgestone errichten Produktionsstätten in China oder erweitern bereits bestehende Werke.

Im vergangenen Jahr wurden in ganz China 2,4 Millionen Tonnen Naturkautschuk benötigt, wovon etwa 70 Prozent importiert wurden – hauptsächlich aus Thailand, Malaysia und Indonesien. Im Vergleich zu 2000 habe sich der Import von Naturkautschuk aufgrund der starken Nachfrage der heimischen Reifenindustrie beinahe verdoppelt. Der Verband der Chinesischen Kautschukindustrie erwart eine Steigerung der Inlandsproduktion um 30 Prozent auf 780.000 Tonnen bis 2010.

Vor 30 Jahren sei beispielsweise rund 70 Prozent der Region um Xishuangbanna in der Provinz Yunnan bewaldet gewesen, schon 2003 seien aber nur noch 50 Prozent gewesen. “Angesichts wie verrückt steigender Kautschukpreise, wird jeder Baum, der sich fällen lässt, tatsächlich auch gefällt, um Platz für Kautschukplantagen zu schaffen”, wird Professor Liu Wenjie vom Xishuangbanna Tropical Botanical Garden (XTBG) – eine Einrichtung der chinesischen Akademie der Wissenschaften – zitiert. Offiziellen Zahlen zufolge wächst Kautschuk in der Provinz Yunnan auf 334.000 Hektar.

(Vgl. Preisindex Naturkautschuk und Meldungen vom 2007-10-16 und 2006-01-10.)

Source: China Post, 2008-04-08.

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