13 September 2011

Chemiewerkstoffe von LANXESS für das Auto der Zukunft

Weniger CO2-Emissionen durch "grüne" Reifen und leichte Kunststoffe

Wer Dr. Werner Breuers nach der Zukunft des Automobils fragt, erhält eine klare Antwort: “Nur mit intelligenten Chemiewerkstoffen werden wir eine nachhaltige Mobilität und vielleicht sogar das Null-Emissionsauto verwirklichen können.” Der Chemiker, der im Vorstand des Spezialchemie-Konzerns LANXESS die Forschung und Entwicklung leitet, sieht sein Unternehmen dabei in exzellenter Position: “Wir werden in einigen Jahren in Fahrzeugen sitzen, deren Umweltfreundlichkeit, Effizienz und Leistung wesentlich durch innovative Werkstoffe von LANXESS geprägt sind. Das gilt zum Beispiel für unsere Kautschuke, aus denen sich spritsparende Leichtlaufreifen herstellen lassen, aber auch für unsere Hightech-Kunststoffe, die zu hochbelastbaren und dabei sehr leichten Bauteilen etwa für den Karosseriebereich verarbeitet werden können.”

“Grüne” Reifen mit stark verringertem Rollwiderstand
18% der globalen CO2-Emissionen entstehen durch den Straßenverkehr. 20 bis 30% des Kraftstoffverbrauchs eines Personenwagens und rund 24% seiner CO2-Emissionen entfallen auf die Reifen. Kein Wunder, dass gesetzliche Regularien zur Senkung des CO2-Ausstoßes von Fahrzeugen bei den Reifen ansetzen – wie zum Beispiel die kommende EU-Kennzeichnung für Reifen. “Wir haben Spezialkautschuke und Additive für Kautschuke entwickelt, mit denen sich der Rollwiderstand von Reifen um bis zu 30% verringern lässt, ohne dass die Nasshaftung und Lebensdauer der Pneus darunter leiden”, so Breuers. Eine Verringerung des Rollwiderstands in dieser Größenordnung reduziert den Kraftstoffverbrauch eines Pkw mit Benzinmotor und einem Durchschnittsverbrauch von 10 l/100 km um einen halben Liter pro 100 km und die CO2-Emissionen um 1,2 kg pro 100 km. “Damit leisten Reifen aus unseren Spezialkautschuken bereits heute einen großen Beitrag zum Klimaschutz”, so Breuers weiter.

Dieser Beitrag wird sich in Zukunft stark erhöhen. Denn die weltweit wachsende Mobilität zwingt die nationalen Gesetzgeber, den Einsatz der “grünen” Leichtlaufreifen für den Klima- und Umweltschutz zu forcieren. “Wir erwarten, dass der Anteil dieser Hochleistungsreifen gegenüber normalen Reifen bis 2015 um 77% steigen wird. In Europa werden sie schon bald Standard sein”, so Breuers.

Kunststoffanteil im Automobil steigt stark an
Neben “grünen” Reifen hilft auch der konsequente Leichtbau, den Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß von Fahrzeugen zu senken. Gefragt sind dabei besonders intelligente Materialkonzepte auf Basis von leichtem Kunststoff. Aktuell entfallen etwa in Europa rund 15% des Fahrzeuggewichtes auf Kunststoffteile. “Vor allem wegen des Trends zum Elektroauto rechnen wir in naher Zukunft mit einem Anstieg auf 25%. Denn das zurzeit noch hohe Gewicht der Antriebsbatterien muss an anderer Stelle kompensiert werden, damit Elektrofahrzeuge genügend Reichweite haben”, erläutert Breuers.

Kautschukrohstoff aus Biomasse
LANXESS setzt in seinen Konzepten für eine nachhaltige Mobilität auch auf erneuerbare Ressourcen. Zum Beispiel wurde mit Partnern ein Syntheseprozess entwickelt, mit dem sich Isobuten – ein wesentlicher Ausgangsstoff für Butylkautschuk – aus nachwachsenden Rohstoffen herstellen lässt. Der Prozess geht von fermentierbaren, aus Mais gewonnenen Zuckern aus. Wie Tests ergaben, kann aus dem biomassebasierten Isobuten Butylkautschuk hergestellt werden, der auch die strengen Qualitätsstandards der Reifenindustrie erfüllt. “Der Gesamtprozess könnte uns eine erneuerbare und damit ressourcenschonende Rohststoffquelle für diesen sehr wichtigen Reifenkautschuk erschließen und uns von fossilen Rohstoffen unabhängiger machen”, so Breuers.

Source: Lanxess, Pressemitteilung, 2011-09-13.

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