15 November 2010

Chemie-Technik GmbH – “Ein Unternehmen muss aus sich heraus wachsen”

Bio-Schmierstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe

Hochleistungsschmierstoffe werden in verschiedenen Industriebereichen eingesetzt. Die Chemie-Technik GmbH beliefert weltweit zahlreiche Industriezweige mit ihren Ölen, Fetten und Sprays. In den kommenden Jahren soll der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen als Basismaterial für die Herstellung von Schmierstoffen verstärkt werden. Eine hohe Qualität ist dabei stets die Maßgabe.

Schmiermittel sind praktisch in jedem Industriezweig zu finden. Sie verringern die Reibung und den Verschleiß, dienen der Kühlung oder schützen vor Korrosion. In der Regel basieren Schmieröle und -fette auf Mineralöl, einem endlichen fossilen Rohstoff. Joachim Hof, Geschäftsführer der Chemie-Technik GmbH aus Vöhringen in Württemberg, weiß um die Endlichkeit dieser Ressource und möchte mit seinem Unternehmen in die Forschung und Entwicklung von Schmierstoffen auf der Basis nachwachsender Rohstoffen investieren.

Die 1956 gegründete Süddeutsche Bardahl bildete den Grundstein der heutigen Chemie-Technik GmbH. Das Familienunternehmen entwickelt und verkauft seither unter dem Markennamen “ELKALUB” Hochleistungs-Schmierstoffe für die verschiedensten Industriebereiche. Dazu zählen Schmieröle auf Basis unterschiedlicher Grundöle, denen Additive zur Leistungssteigerung zugesetzt werden. Außerdem besitzt das Unternehmen seit vielen Jahren das Know-how für die Herstellung der verschiedenen Schmierfette. Das Unternehmen produziert jedoch keine großvolumigen Massenprodukte, wie zum Beispiel Kfz-Motorenöle, sondern spezielle Schmierstoffe, die an die besonderen Anforderungen der Kunden angepasst sind. “Bei größeren Kapazitäten sind wir gar nicht in der Lage einen Preiskampf mit den Mineralölunternehmen zu führen”, sagt Joachim Hof. “Wir möchten Qualität und Beratung für die speziellen Kundenanwendungen bieten.”

NSF-Zulassung der Schmierstoffe
Die Schmierstoffe der Chemie-Technik GmbH werden in Deutschland über angestellte Außendienstmitarbeiter vertrieben, im Ausland erfolgt der Vertrieb über unabhängige Handelspartner. Im Jahr 2007 wurde in China eine Tochtergesellschaft, die Elkalub Hefei, gegründet, um den Verkauf im dortigen Markt zu betreuen. So können auch kleinere Mengen ohne Probleme nach China geliefert werden. “Uns ist der chinesische Markt so wichtig, dass wir diesen Schritt gegangen sind”, berichtet Hof.

Mit ihren 29 Mitarbeitern erzielt die Chemie-Technik GmbH einen Jahresumsatz von ungefähr 7 Mio. €. Im Durchschnitt wurde in den letzten zehn Jahren ein Wachstum von zirka 7 % erreicht. “Ein Unternehmen muss aus sich heraus wachsen, dann ist es gesund und überlebt auch solche Jahre wie das letzte.” Bei vielen deutschen Unternehmen geht der Trend zu sogenannten “Private-Label-Produkten”. Die Schmierstoffe werden von der Chemie-Technik GmbH hergestellt und von den Firmen unter eigenem Namen vertrieben. “Hier sind auch geringe Mengen kein Problem für uns”, berichtet der Geschäftsführer. Das Unternehmen führt etwa 150 Standardprodukte, neben einer großen Zahl weiterer Produkte für spezielle Anforderungen.

An Schmierstoffe für die Lebensmittelindustrie werden besonders hohe Anforderungen gestellt. “Die Schmierstoffe sind so formuliert, dass sie, wenn sie jemals mit dem Lebensmittel in Kontakt kommen, keinen Schaden beim Verbraucher anrichten”, erklärt Joachim Hof. Diese Schmierstoffe benötigen die H1-Zulassung der NSF (National Sanitation Foundation) und dürfen nur bestimmte, zugelassene Rohstoffe beinhalten. “Die Nachfrage nach solchen Produkten hat in den letzten Jahren stark zugenommen”, berichtet Hof. So werden H1-Schmierstoffe heutzutage sogar in Druckereien verwendet, die Lebensmittelverpackungen bedrucken.

Schmierstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe
In der Automobilindustrie werden Schmierstoffe der Chemie-Technik GmbH zum Beispiel für Verstellgetriebe an Sitzen oder Lenkrädern eingesetzt. “Meist handelt es sich hier um Kunststoff-Stahl-Reibpartner, die spezielle Anforderungen an die Schmierfette haben”, erklärt Hof. Die Schmierstoffe werden meist in einem Temperaturbereich von -40 °C bis +120 °C eingesetzt. Durch Einsatz eines Schmierstoffs werden die Reibwerte im Getriebe verringert, weshalb die Geräte weniger Antriebsleistung benötigen. Dadurch kann der Hersteller auf kleinere Motoren zurückgreifen und das Gerät wird insgesamt deutlich leichter. Auch bei der Schmierung von Getrieben in Elektrowerkzeugen werden häufig ELKALUB-Schmierstoffe eingesetzt.

Da die Rohstoffe für die Herstellung von Schmierstoffen nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen, denkt die Firma nun verstärkt über den Einsatz nachwachsender Rohstoffe nach. “Es geht einfach um die Beschaffung”, so Hof. Das Unternehmen möchte in den kommenden Jahren gezielt untersuchen, welche Schmierstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe in der Industrie eingesetzt werden können. “Wir sind zwar nur ein ganz kleiner Teil, aber auch wir müssen uns Gedanken machen, was in zwanzig oder fünfzig Jahren sein wird”, erklärt Hof. Die Anforderungen an die Qualität sind sehr hoch, denn die Bio-Schmierstoffe sollen die gleichen Eigenschaften haben wie ihre fossilen Vorgänger. “Ich sehe Deutschland hier als Vorreiter”, so Hof.

Source: BioPro, 2010-11-15.

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