30 April 2014

Ceresana Research: Marktstudie Beutel, Säcke und Tüten

Untersuchung des europäischen Marktes zu Produkten aus Polyethylen-Folie, aus Folien sonstiger Kunststoffe, gewebten Kunststoff-Streifen (woven bags) sowie aus Papier

Einleitung

Beutel, Säcke und Tüten kommen in den verschiedensten Anwendungsgebieten und Ausprägungen vor. Je nach Anforderung unterscheiden sie sich hinsichtlich Herstellungsmaterial, Größe und ihren mechanischen Eigenschaften. Für das Jahr 2020 gehen die Analysten von Ceresana davon aus, dass in Europa insgesamt ca. 9,12 Mio. Tonnen Beutel, Säcke und Tüten abgesetzt werden. Diese Studie behandelt den europäischen Markt für Beutel, Säcke und Tüten aus Polyethylen-Folie, aus Folien sonstiger Kunststoffe, aus gewebten Kunststoff-Streifen (woven bags) sowie aus Papier. Produkte aus Baumwolle, Jute u.ä. werden dagegen nicht berücksichtigt. Polyethylen ist das mit Abstand am meisten verwendete Material zur Herstellung von Beuteln, Säcken und Tüten. Jedoch können die verschiedenen Ausgangsmaterialien in einzelnen Anwendungsgebieten sehr unterschiedliche Marktanteile erreichen. Die Studie unterteilt den Markt in die Segmente Tragetaschen, Müllbeutel und -säcke, Schwerlast- und Industriesäcke, Nahrungsmittelverpackungen sowie die Kategorie „Sonstige Anwendungen”.

EU sagt Einweg-Tragetaschen den Kampf an

Das Problem der Einweg-Tragetaschen aus Kunststoff ist nicht in allen Ländern Europas gleichermaßen gravierend. Die negativen Auswirkungen auf die Umwelt hängen neben der Höhe des Pro-Kopf-Verbrauches und der Anzahl der Wiedernutzungen auch mit der Güte der nationalen Abfallwirtschaft und entsprechenden Entsorgungs- und Recyclingsystemen zusammen. Dort gibt es zum Teil gravierende Unterschiede. Die EU-Kommission hat sich jedenfalls zum Ziel gesetzt, dem hohen Verbrauch von Kunststoff-Tragetaschen entgegen zu wirken. Dazu sollen nach einer Novellierung der entsprechenden Richtlinie 94/62/EG auch nationale Verbote bestimmter Tragetaschen möglich werden. Nach aktuellem Stand ist ein EU-weit einheitliches Vorgehen gegen Einweg-Tragetaschen aus Kunststoff in den kommenden Jahren jedoch eher unwahrscheinlich.

Biokunststoffe als Lösung?

Unabhängig von einer EU-weiten Gesetzgebung haben einige Länder bereits Verbote bestimmter Tragetaschen erlassen oder versuchen, mithilfe von Sondersteuern und Abgaben die Nachfrage nach einigen Produkten zu regulieren (z.B. Italien oder Frankreich). In der Regel sind dünne Einwegtragetaschen aus Polyethylen das Ziel dieser Initiativen. Ausgenommen von derartigen Verboten und Gebühren sind meist Tragetaschen aus Biokunststoffen. Dabei handelt es sich um Kunststoffe, die entweder aus nachwachsenden Rohstoffen (z.B. Maisstärke) hergestellt werden und/oder biologisch abbaubar sind. Die Bedeutung und öffentliche Wahrnehmung von Taschen aus Biokunststoffen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Dies zeigt sich auch daran, dass diese Produkte inzwischen von den nationalen Gesetzgebern berücksichtigt werden. Jedoch verläuft die Kompostierung dieser Taschen in den entsprechenden Anlagen noch nicht immer reibungslos. So wird bis heute von verschiedensten Kreisen die Verbrennung dieser Art von Taschen als ökologisch sinnvollste Lösung propagiert. Auch wenn sich der Markt in den vergangenen Jahren sehr dynamisch entwickelt hat, sind Tragetaschen aus Biokunststoffen alleine nicht die ultimative Lösung des Problems.

Substitutionseffekte im Bereich Schwerlast- und Industriesäcke

Schwerlast- und Industriesäcke haben in den vergangenen Jahrzehnten u.a. infolge eines intensivierten Warenaustausches – sowohl zwischen Ländern als auch zwischen einzelnen Unternehmen – an Bedeutung gewonnen. Mit der Zeit wurden jedoch zunächst Säcke aus Papier in einigen Segmenten durch Kunststoff-Säcke ersetzt. In den Bereichen Tierfutter oder Baumaterialien, wie z.B. Zement, spielen Papiersäcke zwar weiterhin eine wichtige Rolle; Säcke aus Polyethylen haben allerdings das Potential, aufgrund ihrer positiven Eigenschaften in Zukunft weiter Marktanteile in diesen Segmenten zu gewinnen. Desweiteren ist die Dynamik einzelner Sack-Typen in einem Land bis zu einem gewissen Grade auch von der hergestellten Menge der darin verpackten Güter (z.B. Zement, Sand, Tierfutter, Trockendünger, Saatgut) abhängig. Klassische Schwerlastsäcke aus Kunststofffolie sehen sich ihrerseits jedoch insbesondere im Bereich der Schüttgüter mehr und mehr mit der Konkurrenz sogenannter „Flexible Intermediate Bulk Containers” (also flexiblen Schüttgut-Behältnissen, Abkürzung: FIBC) konfrontiert. Diese FIBC bestehen aus einem stabilen Kunststoffgewebe – meist aus Polypropylen – und können ein Fassungsvermögen von bis zu 1500 Litern erreichen. Sie dienen oft als Transportverpackung für Baustoffe, Düngemittel, Getreide oder sonstige Streugüter. Insgesamt gehen die Analysten von Ceresana davon aus, dass der europäische Markt für Schwerlast- und Industriesäcke aus Kunststoff in den kommenden acht Jahren mit durchschnittlich ca. 1,8% p.a. wachsen wird.

Standbeutel erobern den Verpackungsmarkt

Innerhalb des Verpackungsmarktes für Lebensmittel ist ein fortschreitender Trend hin zu Kunststoffbeuteln zu verzeichnen. Substituiert werden insbesondere Metalldosen und Glasgefäße. Ein Vorteil der flexiblen Kunststoffbeutel ist, dass sie sich dem verpackten Gut besser anpassen können und somit die Verpackungsgröße optimiert werden kann. Darüber hinaus können diese Verpackungen Mikrowellen-gängig hergestellt werden, was im Zuge der zunehmenden Convenience-Ausrichtung für mehr und mehr Konsumenten von Bedeutung ist.

Bei Produkten wie leichten Verpackungsbeuteln und -säcken sowie schweren Industriesäcken gewinnen darüber hinaus moderne Form-Fill-Seal-Prozesse immer weiter an Bedeutung: Mit Hilfe geeigneter Maschinen erfolgen die Formung der Verpackung, deren anschließende Befüllung sowie die Verschließung in einem kontinuierlichen Prozess.

Die Studie in Kürze:

In Kapitel 1 werden für die Region Europa sowie für 23 Länder die Produktion (aufgeteilt nach Kunststoff und Papier), der Verbrauch (aufgeteilt nach Polyethylen, sonstige Kunststoffe, gewebte Kunststoffe und Papier) sowie Import und Export (aufgeteilt nach Kunststoff und Papier) analysiert. Darüber hinaus enthält Kapitel 1 für die acht bedeutendsten Märkte Europas (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen, Russland, Spanien, Türkei) detaillierte Informationen zum Verbrauch von Beuteln, Säcken und Tüten aufgeteilt in die Anwendungsgebiete Tragetaschen, Müllbeutel und -säcke, Schwerlast- und Industriesäcke, Nahrungsmittelverpackungen sowie sonstige Anwendungen. Alle Angaben erfolgen in Tonnen.

Kapitel 2: Hier werden die Anwendungsgebiete von Beuteln, Säcken und Tüten untersucht. Dargestellt werden Daten zur Verbrauchsentwicklung innerhalb der Anwendungsgebiete Tragetaschen, Müllbeutel und -säcke, Schwerlast- und Industriesäcke, Nahrungsmittelverpackungen sowie sonstige Anwendungen, aufgeteilt auf die wichtigsten Länder Europas.

Kapitel 3 betrachtet den Verbrauch von Beuteln, Säcken und Tüten differenziert nach den Materialien Polyethylen, sonstige Kunststoffe, gewebte Kunststoffe und Papier, aufgeteilt auf 23 Länder Europas.

Kapitel 4 bietet nützliche Unternehmensprofile der bedeutendsten Produzenten von Beuteln, Säcken und Tüten, übersichtlich gegliedert nach Kontaktdaten, Umsatz, Gewinn, Produktpalette, Produktionsstätten, Kurzprofil sowie Produkttypen und Anwendungsgebieten. Ausführliche Profile werden von 70 Herstellern geliefert, wie z.B. Amcor Ltd., Bemis Europe, British Polythene Industries Plc, Clondalkin Group, Constantia Flexibles Group, Coveris, DS Smith Plc, Huhtamaki Group, Korozo Ambalaj San. Ve Tic. A.S., Papier-Mettler und Sealed Air Corporation (Bem.: Die Profile sind jeweils dem Land zugeordnet, in dem die Firma / Holding ihren Hauptsitz hat. Die Firmenprofile enthalten dabei auch Joint-Ventures und Tochter­unternehmen.)

Weitere Informationen

Seiten: 320
Länderprofile: 23
Abbildungen: 52
Firmenprofile: 70
Tabellen: 108
Publikation: April 2014
Preise: ab 2.300€

Bestellen/ Infos online anfordern oder unter: Antwortfax.pdf

Source: Ceresana Research, press release, 2014-04.

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