15 Januar 2016

Ceresana: Neue Studie zum Markt für Beutel, Säcke und Tüten

Kunststoffe, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden und/oder biologisch abbaubar sind, haben in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen

Bildschirmfoto 2016-01-14 um 10.55.42Hemdchenbeutel, DKT-Tragetaschen, Müllbeutel, FIBC, Ventilsäcke, Standbodenbeutel, Einweg-Sachets: Die Liste der verschiedenen Ausprägungen von Beuteln, Säcken und Tüten ist lang. Je nach Anforderung unterscheiden sie sich hinsichtlich Herstellungsmaterial, Größe und ihren mechanischen Eigenschaften.

Die Analysten von Ceresana erwarten, dass der weltweite Gesamtabsatz bis zum Jahr 2022 auf insgesamt ca. 37,9 Mio. Tonnen an Beuteln, Säcken und Tüten wachsen wird. Diese Studie behandelt den Weltmarkt für Beutel, Säcke und Tüten aus Polyethylen-Folie, aus Folien sonstiger Kunststoffe, aus gewebten Kunststoff-Streifen (woven bags) sowie aus Papier. Produkte aus Baumwolle, Jute u.ä. werden dagegen nicht berücksichtigt.
Polyethylen ist das mit Abstand am meisten verwendete Material zur Herstellung von Beuteln, Säcken und Tüten. Der Polyethylen-Typ LLDPE wird dabei noch deutlich häufiger verwendet als LDPE oder HDPE. Jedoch können die verschiedenen Ausgangsmaterialien in einzelnen Anwendungsgebieten sehr unterschiedliche Marktanteile erreichen. Die Studie unterteilt den Markt in die Segmente „Tragetaschen“, „Müllbeutel und -säcke“, „Schwerlast- und Industriesäcke“, „Nahrungsmittelverpackungen“ sowie die Kategorie „Sonstige Anwendungen“.

Die EU verschärft den Kampf gegen Einweg-Tragetaschen

Weltweit werden in vielen Ländern Regelungen erarbeitet, um die Benutzung von Einweg-Tragetaschen einzudämmen. Die Verabschiedung verbindlicher Gesetze sowie deren Umsetzung und Kontrolle in der Realität sind jedoch in der Regel mit viel Gegenwind und Problemen behaftet. Die Problematik der Einweg-Tragetaschen aus Kunststoff ist nicht in allen Ländern gleichermaßen gravierend. Die negativen Auswirkungen auf die Umwelt hängen neben der Höhe des Pro-Kopf-Verbrauches und der Anzahl der Wiedernutzungen auch mit der Güte der nationalen Abfallwirtschaft und entsprechenden Entsorgungs- und Recyclingsystemen zusammen. Dort gibt es zum Teil gravierende Unterschiede. In Europa hat sich die EU-Kommission zum Ziel gesetzt, dem hohen Verbrauch von Kunststoff-Tragetaschen entgegen zu wirken. Eine Novellierung der Verpackungsrichtlinie (Richtlinie 2015/720 zur Änderung der Richtlinie 94/62/EG) verpflichtet die Mitgliedsstaaten der EU nun zu konkreten Maßnahmen. In vielen Ländern Europas wird dies zu einem merklichen Rückgang führen. In Frankreich beispielsweise wird der Verbrauch von Tragetaschen aus Kunststoff bis 2022 voraussichtlich um ca. 5,3 % p.a. sinken. Ein gewisser Spielraum, die avisierten Ziele der EU zu umgehen, bleibt Ländern wie z.B. Polen, die von der Richtlinie wenig begeistert sind, dennoch.

Biokunststoffe finden weltweit Einzug in Gesetzgebungen

In vielen Ländern existieren bereits Verbote bestimmter Tragetaschen oder es wird versucht, mithilfe von Sondersteuern und Abgaben die Nachfrage nach einigen Produkten zu regulieren. Oftmals handelt es sich jedoch um regional beschränkte Gebiete und keine landesweiten Regelungen (wie z.B. in den USA). In der Regel sind dünne Einwegtragetaschen aus Polyethylen das Ziel dieser Initiativen. Ausgenommen von derartigen Verboten und Gebühren sind meist Tragetaschen aus Biokunststoffen. Dabei handelt es sich um Kunststoffe, die aus nachwachsenden Rohstoffen (z.B. Maisstärke) hergestellt werden und/oder biologisch abbaubar sind. Die Bedeutung und öffentliche Wahrnehmung von Taschen aus Biokunststoffen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Dies zeigt sich auch daran, dass diese Produkte inzwischen von den nationalen Gesetzgebern berücksichtigt werden. Jedoch verläuft die Kompostierung dieser Taschen in den entsprechenden Anlagen noch nicht immer reibungslos. So wird bis heute von verschiedensten Kreisen die Verbrennung dieser Art von Taschen als ökologisch sinnvollste Lösung propagiert. Auch wenn sich der Markt in den vergangenen Jahren sehr dynamisch entwickelt hat, sind Tragetaschen aus Biokunststoffen alleine nicht die ultimative Lösung des Problems.

Bauindustrie wichtige Einflussgröße im Bereich Schwerlastsäcke

Schwerlast- und Industriesäcke haben in den vergangenen Jahrzehnten u.a. infolge eines intensivierten Warenaustausches – sowohl zwischen Ländern als auch zwischen einzelnen Unternehmen – an Bedeutung gewonnen. Mit der Zeit wurden jedoch zunächst Säcke aus Papier in einigen Segmenten durch Kunststoff-Säcke ersetzt. In einzelnen Bereichen, etwa Tierfutter oder Baumaterialien wie z.B. Zement, spielen Papiersäcke zwar weiterhin eine wichtige Rolle; Säcke aus Polyethylen haben allerdings das Potential, aufgrund ihrer positiven Eigenschaften in Zukunft weiter Marktanteile in diesen Segmenten zu gewinnen. Des Weiteren ist die Dynamik einzelner Sack-Typen in einem Land bis zu einem gewissen Grade auch von der hergestellten Menge der darin verpackten Güter (z.B. Zement, Sand, Tierfutter, Trockendünger, Saatgut) abhängig.

Die Produktion von Baumaterialien wie Zement hängt ihrerseits wieder stark von der Dynamik der nationalen Bauwirtschaft ab. Die Entwicklungen in diesem Bereich sind also auch für die Nachfrage nach Schwerlastsäcken von hoher Bedeutung. In Brasilien beispielsweise hat die Bauindustrie aktuell deutlich an Dynamik verloren. Wir erwarten, dass der Verbrauch von Schwerlastsäcken aus Kunststoff in den kommenden Jahren nur noch mit 2,5 % p.a. wächst. Von Land zu Land kann sich dabei jedoch der Verpackungsmix unterscheiden. Zement wird in vielen asiatischen Ländern beispielsweise deutlich häufiger in Kunststoffsäcken verpackt als dies in Europa der Fall ist.

Standbeutel – Weltmarkt wächst ungebremst

Innerhalb des Verpackungsmarktes für Lebensmittel ist ein fortschreitender Trend hin zu Kunststoffbeuteln zu verzeichnen. Substituiert werden unter anderem traditionelle Kunststoffverpackungen, Metalldosen und Glasgefäße. Ein Vorteil der flexiblen Kunststoffbeutel ist, dass sie sich dem verpackten Gut besser anpassen können und somit die Verpackungsgröße optimiert werden kann.

Darüber hinaus sind diese Verpackungen immer häufiger mikrowellengängig, was im Zuge der zunehmenden Convenience-Ausrichtung für mehr und mehr Konsumenten von Bedeutung ist. Standbodenbeutel legten in den vergangenen Jahren einen regelrechten Siegeszug hin. Der Pro-Kopf-Verbrauch in den jeweiligen Regionen und Ländern differiert noch stark. Insbesondere der Unterschied zwischen Europa und Nordamerika auf der einen Seite und einem Großteil der Region Asien-Pazifik ist sehr groß. Dies bedeutet gleichzeitig auch noch ein enormes Wachstumspotential für diesen Verpackungstyp.

Bei Produkten wie leichten Verpackungsbeuteln und -säcken sowie schweren Industriesäcken gewinnen darüber hinaus moderne Form-Fill-Seal-Prozesse immer weiter an Bedeutung: Mit Hilfe geeigneter Maschinen erfolgen die Formung der Verpackung, deren anschließende Befüllung sowie die Verschließung in einem kontinuierlichen Prozess.

Die Studie in Kürze:

Kapitel 1 bietet eine Darstellung und Analyse des globalen Marktes für Beutel, Säcke & Tüten aus Kunststoff sowie aus Papier, einschließlich Prognosen bis zum Jahr 2022. Für jede Region der Welt werden Kennzahlen wie Verbrauch nach Material und nach Anwendungen sowie Produktionsmengen nach Material angegeben (in Tonnen).

In Kapitel 2 werden für 16 Länder der Verbrauch von Beuteln, Säcken & Tüten aufgeteilt nach Anwendungen und Material, die Produktion aufgeteilt nach Material („LDPE“, „LLDPE“, „HDPE“, „sonstige Kunststoffe (Folie)“, „Kunststoffe gewebt“, „Papier“) sowie Import und Export aufgeteilt nach Material analysiert.

Kapitel 3: In diesem Abschnitt werden die Anwendungsgebiete von Beuteln, Säcken & Tüten detailliert dargestellt: Daten zur Verbrauchsentwicklung in den Anwendungsgebieten „Tragetaschen“, „Müllbeutel- und Säcke“, „Schwerlast & Industrie“, „Nahrungsmittelverpackungen“ sowie „sonstige Anwendungen“ werden hier angegeben (in Tonnen). Die Angaben sind auch hier noch einmal nach Material unterteilt.

Kapitel 4 betrachtet den Verbrauch von Beuteln, Säcken & Tüten aufgeteilt nach den Materialtypen „Polyethylen“, „sonstige Kunststoffe (Folie)“, „Kunststoffe gewebt“ sowie „Papier“ (in Tonnen).

Kapitel 5 bietet nützliche Unternehmensprofile der bedeutendsten Produzenten von Beuteln, Säcken und Tüten, übersichtlich gegliedert nach Kontaktdaten, Umsatz, Gewinn, Produktpalette, Produktionsstätten, Kurzprofil sowie Produkttypen und Anwendungsgebieten. Ausführliche Profile werden von 126 Herstellern geliefert, wie z.B. Amcor Ltd., Constantia Flexibles Group, DS Smith Plc, Du Pont, Formosa Plastics Corporation, Mondi plc, Oji Holdings, Reynolds Consumer Products LLC, Sealed Air Corporation, Smurfit Kappa, Sonoco Products Company, Stora Enso Oyj, Toppan Printing Co., Ltd., Toyo Seikan Co., Ltd. und Uflex Limited. (Bem.: Die Profile sind jeweils dem Land zugeordnet, in dem die Firma / Holding ihren Hauptsitz hat. Die Firmenprofile enthalten dabei auch Joint-Ventures und Tochter­unternehmen.)

Source: Ceresana Research, press release, 2016-01-05.

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