3 Juni 2003

CanaTex: Strafanzeige wegen Subventionsbetruges

Geschäftsführer wurde kalt gestellt

Laut Bestätigung der Geraer Staatsanwaltschaft hat der ehemalige Geschäftsführer der Firma CanaTex, Dr. Rolf Schneider, Strafanzeige aufgrund des Verdachts auf Subventionsbetrug und Veruntreuung von Fördermitteln des Freistaates Thüringen gegen den Investor, Dr. Dirk Botthäuser, gestellt.

Der alleinige Gesellschafter des Greizer Unternehmens soll demnach Fördermittel des Wirtschafts- und des Landwirtschaftsministeriums zweckentfremdet und damit den Aufbau des Betriebes gefährdet haben. Hinzu komme, dass er seiner Obliegenheit zur Bereitstellung eigener Mittel kaum gerecht geworden sei. So soll Botthäuser mittels zweifelhafter Provisionsverträge mit Maschinenlieferanten fast eine halbe Million Euro aus dem Unternehmen gezogen haben.

Schneiders Angaben zufolge habe er den Investor mehrfach zur Zahlung der Eigenmittel aufgefordert, woraufhin dieser ihn von seiner Funktion frei stellte. Inzwischen hat die Thüringer Aufbaubank die bereits bewilligten Fördermittel in Höhe von 1,3 Millionen Euro eingefroren. Die in Suhl ansässige Hausbank der Firma reagierte mit der Sperrung sämtlicher Konten.

Der Gesamtumfang des Projektinvestments umfasst 8,4 Mio. EUR, von denen 4,2 Mio. EUR bislang verbaut wurden. Ob eine Insolvenz droht, ist noch unklar, allerdings ständen damit die Arbeitsplätze von inzwischen 25 Beschäftigten auf dem Spiel. Botthäuser, der bereits rund ein Dutzend Betriebe in Thüringen besitzt, ist einen Kommentar zu den Vorwürfen bisher schuldig geblieben.

(Vgl. Meldung vom 2003-05-09.)

Source: Ostthüringer Zeitung vom 2003-05-29.

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