19 Juni 2002

CanaTex startet in der Göltzschmühle

Faseraufschluss und Produktion technischer Textilien geplant

Bislang im Textilforschungsinstitut Thüringen-Vogtland (TITV) eingemietet, kann das erst zum Jahresanfang gegründete Thüringer Unternehmen CanaTex GmbH nun die vor zwei Jahren in Konkurs gegangene Papierfabrik Göltzschmühle in Greiz beziehen. Ca. 8,4 Mio. EUR sollen nach Angaben der Investoren in Gebäude und Ausrüstungen gesteckt werden. Geplant ist hier der Aufschluss von Faserpflanzen, die Entwicklung und Fertigung von Formteilen aus technischen Textilien sowie deren Vertrieb. Hanf, aber auch Kokos sollen für die Verarbeitung durch Dritte aufgeschlossen werden, zudem ist die Schäbennutzung und Herstellung technischer Textilien – z.B. Geotextil oder Auskleidematerialien für Maschinen und Fahrzeuge vorgesehen.

Zum Jahresende soll der erste Fertigungsabschnitt stehen und mit 13 Beschäftigten starten, bis 2003 wird eine Erweiterung der Belegschaft mit der zweiten Produktstrecke auf bereits 25 und bis Ablauf von drei Jahren auf insgesamt 33 Arbeitnehmer anvisiert, spekuliert CanaTex-Geschäftsführer Dr. Rolf Schneider zuversichtlich. Mit dem Greizer TITV wird eine weitere enge Zusammenarbeit sowie die Einführung eines Qualitätssicherungssystems angestrebt. Nach Dr. Schneiders Angaben sichern wichtige Beziehungen zur Westsächsischen Hochschule Zwickau die Kontakte für die Automobilzulieferung.

Durch die Sicherung des Rohstoffbedarfs aus dem direkten Umland – der Zeulenrodaer Ortsteil Pahren gilt als größtes Hanfanbaugebiet Thüringens – sei gerade dieser Standort von besonderem Interesse für das Projekt gewesen, hob Dr. Schneider hervor. In Verbindung mit der Pahrener Agrar Kooperation, dem Landwirtschaftsamt Zeulenroda und der Aktionsgruppe LEADER sei nun die Gründung einer Erzeugergemeinschaft geplant. Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) und Bürgermeister Dr. Andreas Hemmann (SPD) lobten indes die beispielgebende Zusammenarbeit, in der Stadt und Kreis, ausgehend von der Agenda 21 für das neue Unternehmen Kontakte geknüpft und mit auf Standortsuche gegangen seien.

Source: Ostthüringer Zeitung vom 2002-06-19.

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