19 April 2001

Burger bald in kompostierbaren Bio-Kartons

Am regionalen Forschungszentrum des kalifornischen Landwirtschaftsministeriums in Albany gelang dem Team um Geoffrey Nobes die Herstellung eines neuartigen Verpackungsmaterials für Fastfood-Ketten. Zuvor waren die beiden ersten Generationen der Burger-Kartons, zunächst die aus Styropor wegen der schlechten Umweltverträglichkeit und später die aktuellen Pappkartons in Verruf geraten. “Sie wiegen mehr, sind schwieriger herzustellen und halten die Nahrungsmittel nicht so gut warm”, erklärt Geoffrey Nobes die Nachteile der Papp-Behälter.

Nobes Team entwickelte nach vielen Tests mit diversen Rohstoffen einen aus Weizenstärke und fein gemahlenen Strohfasern hergestellten Container, der ähnliche mechanische und thermische Eigenschaften wie Styropor besitzt, dabei aber umweltfreundlich in der Herstellung und vollständig kompostierbar ist. “Das fertige Material ist wie ein Schaum strukturiert und isoliert besser als die üblichen Pappbehälter”, erläutert Nobes.

Dennoch werden noch zwei bis drei Jahre vergehen, bis das Produkt ausgereift ist, da es immer noch kleine Probleme z.B. mit der Oberfläche des Materials gibt, das bei Berührung mit Feuchtigkeit aufweicht. Immerhin können die Farmer in der Weizenregion schon auf zusätzliche Einnahmen durch den Verkauf des ansonsten wertlosen Weizenstrohs hoffen, falls die Fastfood-Ketten auf die neuen Verpackungen umsteigen.

Auch in Deutschland wird intensiv an biologisch abbaubaren Werkstoffen (BAW) geforscht. So gibt es in Kassel ein weltweit einzigartiges Projekt, in dem die verschiedensten Arten von alternativen Materialien getestet werden. Die Produkte erstrecken sich von Einkaufstaschen über Einweg-Geschirr bis hin zu Butter-Verpackungen und erlauben allesamt eine vollständige Kompostierbarkeit nach der Entsorgung (vgl. auch Meldung vom 01.02.01).

Autorin: Marion Kupfer (nova)
Endredaktion: Michael Karus (nova)
Quelle: Financial Times Deutschland vom 19.04.2001.

Source: Financial Times Deutschland vom 19.04.2001.

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