10 September 2003

Bundesweit beispielhaftes Modellprojekt: Passivhauskindergarten in Dörpen

Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) förderte mit 111.000 Euro – Landrat Bröring und DBU-Generalsekretär Brickwedde eröffnen vorbildhaften Bau

passivkindergarten

Mit dem bundesweit beispielhaften Modellprojekt “3-Gruppen-Kindergarten als Passivhaus” konnte die Gemeinde Dörpen in Zusammenarbeit mit der DBU und des Landkreises Emsland sowie der Katholischen Kirchengemeinde Dörpen ein außergewöhnliches, innovatives Projekt in nur neun Monaten verwirklichen.

09.09.2003 – Dörpen. Heute eröffnete der Landrat des Kreises Emsland, Hermann Bröring , gemeinsam mit Dr. Fritz Brickwedde , Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) , Osnabrück, sowie Vertretern der Politik, des Bischöflichen Generalvikariats Osnabrück , des Caritasverbandes für die Diözese Osnabrück , der Katholischen Kirchengemeinde und der Evangelisch-lutherischen Christusgemeinde Dörpen den neuen Drei-Gruppen-Kindergarten in Dörpen. Mit diesem Passivhausbau konnte ein besonders innovatives Projekt der Gemeinde Dörpen in Zusammenarbeit mit der DBU verwirklicht werden, die das Projekt mit 111.000 Euro unterstützte. Des Weiteren förderten der Landkreis Emsland und die Katholische Kirchengemeinde Dörpen.

Modellprojekt als Vorbild für die Region
Der neue Kindergarten stelle nicht nur architektonisch eine Besonderheit dar, sondern ist mit Blick auf die ökologische Modellregion Papenburg – Dörpen auch hinsichtlich der Bauweise und des Energiebedarfs ein Modellprojekt, so Brickwedde. Das in Holzrahmenbauweise als Passivhaus durch die Dersumer Firma ÖkoTec Systembau GmbH erstellte Gebäude verbraucht im Vergleich zu einem konventionellen Neubau nur 25 Prozent an Heizenergie.

Erreicht wird diese hohe Energieeinsparung unter anderem durch eine 30 Zentimeter dicke Wärmedämmung in den Außenwänden, Fußböden und im Dachbereich, durch eine dreifache Verglasung der Fenster mit hoch gedämmten Rahmen und eine Lüftungsanlage, die ständig für die richtige Frischluftzufuhr sorgt. Dabei wird die Wärme aus der Abluft wieder verwendet.

Konstruktion aus nachwachsendem Rohstoff Holz
Das Gebäude beheizt sich in der kalten Jahreszeit rein passiv durch die Sonneneinstrahlung über die Fenster und die interne Wärmegewinnung. So sorgt künftig jedes der Kindergartenkinder und das Personal für knapp 50 Watt Wärmeleistung und somit gleichzeitig für eine angenehme Raumtemperatur. Nur bei extremer Kälte wird die Zuluft über ein Brennwertgerät nach erwärmt.

Auch bei den Baustoffen kamen innovative Materialien zum Einsatz. So besteht die Konstruktion des Kindergartens zum größten Teil aus sogenannten Holz-Steg-Trägern mit sehr geringem Materialeinsatz und hoher Tragfähigkeit. Während es in Deutschland schon mehr als 2.000 als Passivhaus realisierte Gebäude gibt, ist ein Kindergarten, eine Schule oder ein Verwaltungsgebäude noch immer die Ausnahme.

(Vgl. Meldung vom 2003-02-20.)

Source: Pressemeldung der DBU vom 2003-09-09.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email