29 Oktober 2008

BtL von Choren kommt später – FKZ Karlsruhe holt auf

Verschärfte Sicherheitsvorschriften verdoppeln Entwicklungszeit

Wie Top Agrar Online berichtet, soll die nächste Produktionsstufe bei Choren erst später als geplant starten. Im Wettbewerb der Verfahren zur Erzeugung synthetischer Biokraftstoffe musste das Unternehmen offenbar einen Rückschlag einstecken. “Teurer, länger, komplizierter, aber immer noch gut machbar”, so umriss der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Tom Blades die Entwicklung am Firmenstandort im sächsischen Freiberg.

Der erste BtL-Kraftstoff von Choren aus einer Fabrik mit einer Jahresleistung von 15.000 t soll erst im dritten Quartal 2009 fließen statt, wie geplant, bereits seit rund einem halben Jahr. Grund für die Verzögerung sind laut Blades verschärfte Sicherheitsvorschriften, die Choren-Teilhaber Shell umgesetzt wissen wollte. Damit summiert sich die Entwicklungszeit für die Produktion des Biosprits im kleinindustriellen Maßstab auf sechseinhalb statt wie geplant dreieinhalb Jahre.

Ob sich Choren mit seinem BtL-Konzept durchsetzt, hängt für Hubert Schnüpke von der Daimler AG vor allem davon ab, wie schnell das Unternehmen die Anlage in die Produktion bringt. “Wenn das bis Ende 2009 umgesetzt wird, sehe ich die Realisierung optimistisch”, sagte Schnüpke. Wie Volkswagen ist auch Daimler an Choren beteiligt.

Alternative BtL-Konzepte wie der dezentrale Ansatz des Forschungszentrums Karlsruhe (FZK) holen wegen Chorens Problemen auf. “Wir gehen davon aus, dass wir 2011 die Produktion im Pilotmaßstab vorführen können”, erklärte Prof. Eckhard Dinjus vom FZK in Berlin, wo er einen Förderbescheid über 12,4 Mio. Euro für den zweiten Bauabschnitt der Karlsruher Anlage für synthetischen Biokraftstoff entgegennahm. “Wir stehen auch Gewehr bei Fuß, um die dritte und vierte Projektstufe zu unterstützen”, sagte Clemens Neumann vom Bundeslandwirtschaftsministerium bei der Übergabe des Zuwendungsbescheids.

Source: top agrar, 2008-10-24.

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