8 November 2001

Brüssel will Alternativtreibstoffe weiterhin begünstigen

Ein neuer Aktionsplan der EU-Komission sieht den künftig vermehrten Einsatz von Biokraftstoffen, Kraftstoffen aus erneuerbaren Energieträgern wie Biodiesel aus Rapsöl (vgl. auch Meldungen vom 2001-08-13 und 2001-10-31) oder Altspeisefetten bzw. Ethanol aus Zucker- oder Stärkepflanzen (vgl. auch Meldung vom 2001-08-17), und Alternativtreibstoffen wie Erdgas, Wasserstoff und Brennstoffzellen vor. Dieser Absicht unterliegt auch die weitere steuerliche Subventionierung der ökologischen Kraftstoffe, um deren höhere Produktionskosten zu kompensieren. So soll auch der Anteil von “grünen” Treibstoffen als Zumischungen zu den fossilen Treibstoffen bis 2020 stufenweise bis zu 20 Prozent gesteigert werden.

Die Substitution, die als Umweltstrategie der Europäischen Union zur Senkung der Treibhausgasemissionen gedacht ist, soll bis zum Jahr 2005 die EU-weite Zumischung von 2 Prozent (derzeit 0,3 Prozent) Biotreibstoff fördern und diese danach bis 2010 schrittweise auf 5,75 Prozent steigern, wobei bis 2005 den Ländern die Entscheidung überlassen bleibt, Biosprit als Beimischung oder “sortenrein” anzubieten. In der EU-Komission wird zudem erwogen, die Steuerbefreiung für Kraftstoffe aus Pflanzenölen in Deutschland und Österreich auch über den Zeitpunkt 2003 hinaus beizubehalten (vgl. auch Meldung vom 2001-10-26), in jedem Fall aber für öffentliche Fahrzeuge wie Busse und Taxis.

Die zu berücksichtigenden Folgen sind sowohl in einem milliardenhohen Steuereinnahmeverlust der Landeskassen als auch einer konsequenten Erweiterung von Rapsanbauflächen zu sehen. Immerhin lässt sich Biodiesel auch aus Altspeisefetten gewinnen und eine neue Biodieselanlage in Zistersdorf mit einer künftigen Jahreskapazität von 40.000 Tonnen soll in Kürze die Produktion aufnehmen.

Autorin: Marion Kupfer (nova)
Endredaktion: Michael Karus (nova)
Quelle: Neue Zürcher Zeitung und Print-Presse/Wirtschaft vom 2001-11-08.

Source: Neue Zürcher Zeitung und Print-Presse/Wirtschaft vom 2001-11-08.

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