13 August 2004

Broschüre für Biogaserzeuger erscheint in Kürze

Müller: EEG bringt große Vorteile für Landwirtschaft

Das Bundesverbraucherministerium gibt eine neue Broschüre für Biogaserzeuger heraus, die über Förderung, Technik und Wirtschaftlichkeit von Biogasanlagen informiert. “Mit dem Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sind die Bedingungen für die Biogaserzeugung weiter entscheidend verbessert worden. Wir gehen davon aus, dass sich die Zahl der Biogasanlagen im nächsten Jahr kräftig erhöhen wird. Die neue Broschüre soll Landwirten den Einstieg in diese zukunftsweisende Branche erleichtern”, erklärte Alexander Müller, Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, heute in Berlin.

Biogas zu erzeugen ist für immer mehr Landwirte eine lukrative Einkommensquelle. Dennoch reizen die derzeit über 2.000 landwirtschaftlichen Anlagen die Potenziale der Energiegewinnung aus Biogas längst nicht aus. Allein durch landwirtschaftlich betriebene Anlagen könnten in Deutschland pro Jahr zwischen 26 und 32 Terrawattstunden (TWh) Strom oder aber 5 Prozent der Bruttostromerzeugung bereit gestellt werden. Derzeit liegt der Anteil der Strombereitstellung durch Biogas an der gesamtdeutschen Stromerzeugung bei etwa 0,3 Prozent.

Mit den neuen Regelungen des EEG ist mit einem zusätzlichen Boom in der Branche zu rechnen. Neben einer besseren Berücksichtigung von Verbraucherbelangen sieht das neue EEG unter anderem einen Bonus für Strom vor, der nur aus nachwachsenden Rohstoffen bzw. Gülle erzeugt wird. Er wird zusätzlich zur Grundvergütung von bis zu 11,5 Cent pro Kilowattstunde (kWh) für EEG-Strom aus Biomasse gewährt. Der Bonus beträgt 6 ct/kWh für Strom bis zu einer Leistungsgrenze von 500 kW und 4 ct/kWh für Strom bis zu einer Leistungsgrenze von 5 MW. Weitere Vergütungsaufschläge sind möglich, wenn auch die entstehende Wärme genutzt wird (2 ct/kWh) und innovative Techniken eingesetzt werden, wie Brennstoffzellen oder Trockenfermentation (2 ct/kWh). Die Vergütungsdauer von 20 Jahren sorgt für die nötige Investitionssicherheit, so dass damit für Investoren insgesamt hervorragende Bedingungen geschaffen wurden.

In der Regel bestehen landwirtschaftliche Biogasanlagen aus Vorgrube, Faulbehälter und Gärrückstandslager und werden in der Verfahrensweise der Nassvergärung bei Temperaturen zwischen 32 und 38 C betrieben. Hier wird überwiegend Gülle unter Zusatz von Energiepflanzen wie Mais, Gräsern und Getreide zu Gas vergoren. Für das entstehende Gas und dessen Verwertung folgen Gasspeicher, Gasreinigung und Blockheizkraftwerk (BHKW). Im BHKW wird aus dem energiereichen Biogas gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt. Der Strom wird in die örtlichen Stromnetze eingespeist, die Wärme in der Regel im eigenen Betrieb verwertet. Der Gärrückstand wird von den Landwirten als Wirtschaftsdünger eingesetzt.

Biogasanlagen können überall und in den verschiedensten Größenordnungen Sinn machen. Wesentliche Voraussetzung ist, dass den Landwirten oder Betreibergemeinschaften neben Nahrungs- und Futtermittelproduktion auch noch hinreichend Kapazität für die Erzeugung von Biomasse und den Betrieb der Anlage zur Verfügung steht.

Gegenüber anderen erneuerbaren Energieträgern hat Biogas den Vorteil, dass es bedingt durch seine Speicherfähigkeit in Gasdepots bedarfsorientiert eingesetzt werden kann. Zudem sorgt die Produktion von Biogas neben umwelt- und klimarelevanten und insbesondere arbeitsmarktpolitischen Vorteilen für eine effiziente Nutzung des Energiepotenzials aller eingesetzten Stoffe, wie Gülle, Energiepflanzen oder landwirtschaftliche Rest- und Abfallstoffe. Für die Landwirtschaft bietet sich über die Produktion und Vergärung von Energiepflanzen wie Mais, Getreide und Gräsern eine zusätzliche Einkommensalternative, die in Zukunft eine stetig wachsende Rolle spielen wird.

Das Bundesverbraucherministerium unterstützt über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) Forschung und Entwicklung im Bereich Biogas maßgeblich. Seit 2001 wurden allein 23 Vorhaben mit einer Fördersumme von mehr als 6,5 Millionen Euro bewilligt. Um den Einstieg in den Bau und Betrieb einer Biogasanlage zu erleichtern wird in Kürze die neue “Handreichung Biogasgewinnung und -nutzung” heraus gegeben. Das 233seitige Buch gibt detaillierte Informationen zu allen Fragen, die sowohl während der Planung als auch während des Betriebs der Anlage auftreten, stellt Modellrechnungen zur Wirtschaftlichkeit und sämtliche technischen Aspekte vor.

Die Handreichung ist ab 1. September in gedruckter Fassung erhältlich und kann bestellt werden unter infomaterial@fnr.de.

Source: BMVEL-Pressemitteilung vom 2004-08-13.

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