26 März 2003

Brennstoffzellen mit Alkoholantrieb: Umweltverträgliche Akku-Alternative?

Technologie erlaubt Anwendungen in immer kleineren Geräten

Das Informationszeitalter erfordert immer mehr Flexibilität und gerade für Auslandreisende die Unabhängigkeit von Steckdosen für mobile Geräte wie Laptop, Videokamera oder auch Handy. Ulf Groos vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg sieht die Zukunft in Mikrobrennstoffzellen anstelle von Batterien oder Akkus: “Außen ans Gerät angedockte Brennstoffzellen sollen im nächsten Jahr auf den Markt kommen”, kündigt Groos zuversichtlich an. Auch die Elektornikkonzerne Toshiba und Hitachi wollen Brennstoffzellen entwickelt haben, die herkömmliche Lithiumionen-Batterien mit Leistung und Kapazität um das fünffache übertreffen sollen.

“Die besten Chancen, bald in Serie zu gehen, haben Geräte, bei denen Miniaturisierung keine allzu große Rolle spielt”, vermutet Groos, denn bis auf die Größe von Streichholzschachteln konnten die Mini-Kraftwerke bereits geschrumpft werden. Denkbare Anwendungen seien externe Antriebe für Campingfernseher, Baustellen-Beleuchtung oder auch Wetterstationen: “Der Brennstoffzelle im Handy dagegen würde ich noch drei bis fünf Jahre Zeit geben.”

Neben Wasserstoff wird derzeit meist Methanol als Brennstoff eingesetzt, der dann in der Reaktion mit Sauerstoff aus der Umgebungsluft neben elektrischem Strom auch Wasser und Wärme frei setzt. Amerikanische Forscher der Universität Saint Louis wollen inzwischen sogar eine Bio-Brennstoffzelle entwickelt haben, deren Elektroden von einem porösen Kunststoff ummantelt sind und dessen Poren als Biokatalysatoren Alkohol-abbauende Enzyme enthalten.

Wie die Forscher bei einem Treffen der Amerikanischen Chemischen Gesellschaft in New Orleans angaben, seien die Zellen bereits erfolgreich mit Wodka, Gin, Weißwein und Bier getestet worden. Sollten also Laptops mit Bio-Brennstoffzellen demnächst nur noch einen Schluck Wodka zum Weiterlaufen benötigen, bleibt zu hoffen, dass Ihre Besitzer auch gönnen können.

Source: www.vistaverde.de vom 2003-03-24 und bild der wissenschaft online vom 2003-03-25.

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