27 Oktober 2008

Brasilien: GTZ und Petrobras Biocombustível vereinbaren PPP

Stärkung kleinbäuerlicher Strukturen für das brasilianische Biodieselprogram

Agrartreibstoffe stehen international im Kreuzfeuer der Kritik. Nicht so bei den Kleinbauern im Armenhaus Brasiliens. Das 2004 von Präsident Lula aus der Taufe gehobene staatliche Biodieselprogramm eröffnet ihnen neue Einkommensmöglichkeiten. Der mit der Umsetzung beauftragte Erdölkonzern Petrobras suchte nun die Zusammenarbeit mit der GTZ. Am 7. Oktober unterzeichneten GTZ und Petrobras ein PPP-Projekt (Öffentlich-Private Partnerschaft) zur Stärkung kleinbäuerlicher Strukturen für das Biodieselprogramm.

Bild: Ulrich Krammenschneider, GTZ-Büroleiter <br />Brasilien, und Bereichsleiter Christoph Beier mit <br />Vertretern von Petrobras Biocombustivél und dem <br />landwirtschaftlichen Beratungsdienst im Bundes-<br />staat Ceará bei der Vertragsunterzeichnung. <br />Foto: GTZ Brasilien”></td>
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Brasilien, und Bereichsleiter Christoph Beier mit
Vertretern von Petrobras Biocombustivél und dem
landwirtschaftlichen Beratungsdienst im Bundes-
staat Ceará bei der Vertragsunterzeichnung.
Foto: GTZ Brasilien

Für die Kleinbauern im Nordosten Brasiliens ist das Programm der Regierung eine willkommene Gelegenheit, ihre Lebensumstände zu verbessern. Das Ministerium für Agrarentwicklung (MDA) hat mit dem “Combustível Social” (Sozialer Kraftstoff) ein Siegel für Biodiesel eingeführt, das den Produzenten erhebliche Steuervorteile einräumt. Voraussetzung dafür ist der Abschluss von Verträgen mit kleinbäuerlichen Betrieben, die den Kauf der Rohstoffe zu einem festen Preis und die technische Unterstützung der kleinbäuerlichen Produzenten garantieren. Die Einbindung kleinbäuerlicher Produktionsbetriebe und die Berücksichtigung ökologischer Aspekte stellen die Energieunternehmen allerdings vor für sie völlig neue Herausforderungen. An dieser Stelle sind die Erfahrungen der GTZ in der Beratung kleinbäuerlicher Strukturen und der Gestaltung partizipativer Prozesse gefragt.

Partner sind neben der GTZ, Petrobras und der Landesregierung von Ceará auch die Organisation der bäuerlichen Landwirtschaft, die Landlosenbewegung und die Föderation von Arbeitern in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft Brasiliens. 25 technische Beraterinnen und Berater werden für die Betreuung von 2.000 Familien (insgesamt etwa 8.000 Personen) in zwölf Landkreisen der halbwüstenhaften Gebiete des Bundesstaates qualifiziert. “Es ist nicht das Anliegen dieser vom BMZ geförderten öffentlich-privaten Partnerschaft, die Produktion von Biodiesel zu fördern. Uns geht es darum, die bäuerliche Landwirtschaft als Eckpfeiler der regionalen Entwicklung zu stärken und neue Märkte zu erschließen, um ländliche Armut auf Dauer zu reduzieren”, erklärt Ulrich Krammenschneider, GTZ-Büroleiter in Brasília. Es gilt, die Organisationen der bäuerlichen Landwirtschaft zu stärken und Methoden für partizipative Abstimmungsprozesse zu vermitteln.

Die Landwirte betonen, dass sie nicht vorhaben, ihre Produktion komplett auf Sonnenblumen und trockenresistenten Rizinus umzustellen. “Keiner wird aufhören, Ziegen und Hühner zu halten, Honig zu produzieren und Obstbau zu betreiben”, so Stephan Görtz, Mitarbeiter des DED in den Bereichen kleinbäuerliche Landwirtschaft und Biodiesel. Monokulturen werde es nicht geben, bekräftigen ihrerseits die Bauernführer.

In Gesprächen mit der Petrobras-Unternehmensspitze stellte Christoph Beier, Bereichsleiter Asien/Pazifik, Lateinamerika/Karibik, nochmals heraus, dass “das Anliegen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit eine sozial und ökologisch verträgliche Produktion von Agrartreibstoffen ist. Dazu gehört auch, einer Ausweitung der Produktion von Rohstoffen für Kraftstoffe zu Lasten der Nahrungsmittelproduktion entgegenzuwirken.”

Weitere Informationen
Programmbeschreibung Armutsorientierte regionale Entwicklung im Nordosten Brasiliens

Source: Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), Pressemitteilung, 2007-10-24.

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