7 August 2006

Brandenburg ganz vorn bei Bioenergie

Zukunftsagentur: Noch viel Potenzial

Das Land Brandenburg steht nach Darstellung der ZukunftsAgentur (ZAB) bei der Produktion von Bioenergie bundesweit mit an der Spitze und hat noch reichlich Reserven. “Bei Bioethanol erwarten wir mittelfristig mindestens eine Verdopplung wenn nicht sogar eine Verdreifachung”, sagte der Vorsitzende der ZAB- Geschäftsführung, Detlef Stronk. “Auch bei Biodiesel ist das Ende Fahnenstange noch nicht erreicht. Es bleibt ein expandierender Bereich.”

“Bei Bioethanol wird es zwei weitere größere Ansiedlungen geben. Sie sind bereits im Antragsverfahren”, berichtete Stronk. Bei Biodiesel müsse man sehen, wie sich der Markt entwickelt. Aktuell würden jährlich 200.000 Biodiesel in der Mark hergestellt. Dies entspreche 25 Prozent der bundesdeutschen Produktion. Die Menge von 160.000 Tonnen Bioethanol aus Brandenburger Herstellung mache etwa ein Drittel des jährlichen Ausstoßes in Deutschland aus.

Aber auch andere erneuerbare Energiearten sind Stronk zufolge noch ausbaufähig. “Bei der Windenergie wird in den kommenden Jahren sicherlich noch ein Drittel hinzukommen.” Hier liege die Erzeugung derzeit bei 2.500 Megawatt (MW) pro Jahr. Die energetische Verwertung von Hackschnitzeln bringe 121 MW; aus Holz würden 600 MW für Wärme gewonnen; die Verwertung von Holzpellets bringe weitere 390 MW und Biogas liefere 175 MW.

Für Unternehmen sei die intensivere Nutzung erneuerbarer Energien interessant. “Angesichts der hohen Energiekosten denken Brandenburger Industriebetriebe verstärkt über eine eigene Stromversorgung nach”, sagte der ZAB-Geschäftsführer. So nutze beispielsweise Kronotex im Kreis Ostprignitz-Ruppin Holzabfälle und speise davon auch Strom ins Netz. Zur Einsparung von Gas gebe es auch Überlegungen zu mehr eigener Wärmenutzung.

Im Bereich alternative Energieerzeugung kam es seit dem Jahr 2001 in Brandenburg Stronk zufolge zu 15 Unternehmensansiedlungen. Die Branche habe rund 2.500 Mitarbeiter, wovon 1.350 Stellen mit Unterstützung der ZAB bei Ansiedlungen entstanden seien. Die dadurch angestoßenen Investitionen werden auf 546 Millionen Euro beziffert.

Als weiteres Betätigungsfeld der ZAB nannte ihr Geschäftsführer die Energieberatung. Zur Verbesserung der Energieeffizienz gebe es in einem ersten Schritt telefonische Hilfe und später auch vertiefende Beratungen. Dafür sei das Landesförderprogramm zur rationellen Energienutzung eingesetzt worden.

Im vergangenen Jahr wurden laut Stronk 1.400 Betriebe und öffentliche Einrichtungen sowie Wohnungs- und Landwirtschaft, aber auch private Haushalte beraten. Im ersten Halbjahr 2006 seien es nur 402 Beratungen gewesen, weil es einen Antragsstopp zum Förderprogramm gegeben habe. Die Beschränkung sei inzwischen aufgehoben worden.

(Vgl. Meldung vom 2006-07-31.)

Source: dpa-Meldung vom 2006-08-07.

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