9 Dezember 2003

Brandenburg: erste Bioethanol-Raffinerie im kommenden Jahr

Roggen soll zu Treibstoff werden

Vor dem Hintergrund der Mineralölsteuerbefreiung für Bio-Kraftstoffe ab nächstem Jahr soll im kommenden Jahr auf dem Gelände der Schwedter PCK Raffinerie GmbH (Uckermark) die erste brandenburgische Anlage zur Herstellung von Bioethanol errichtet werden. “Die Nordbrandenburger Bioenergie GmbH wird hier 49 Millionen Euro in die neue Produktionsstätte investieren, in der 100 neue Arbeitsplätze entstehen”, so die Ankündigung des PCK-Geschäftsführers Klaus Niemann. Mit 13,5 Millionen Euro fördert das Land Brandenburg das Großprojekt.

Der produzierte Bio-Alkohol ist zum einen zur Herstellung von Additiven zwecks Erhöhung der Oktanzahl von Treibstoffen und zum anderen für die Direktbeimischung vorgesehen. Eine Direktbeimischung von fünf Prozent Alkohol zum Benzin könne nach Niemanns Aussage zur Senkung der Kraftstoffpreise führen.

Für die regionalen Landwirte bietet sich somit ein Zusatzeinkommen, da in der künftigen Anlage 600.000 Tonnen Roggen jährlich zur Alkoholproduktion benötigt werden. “Vor allem vor dem Hintergrund des geplanten Wegfalls der Roggenintervention, sprich der garantierten Mindestpreise, entsteht hier eine interessante Alternative für die Landwirte, ihre Ernte zu vermarkten”, erklärte Niemann. Die märkische Jahresproduktion an Roggen beläuft sich derzeit auf rund 1,3 Millionen Tonnen.

(Vgl. Meldungen vom 2003-11-18 und 2003-01-30.)

Source: Der Prignitzer (Brandenburger Allgemeine) vom 2003-12-06.

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