23 Juni 2004

Bodenversiegelung auf Basis natürlicher Öle

DBU förderte neues Beschichtungssystem - z.B. für Parkdecks

Industriefußböden aus Beton wie Parkdecks oder Produktions- und Lagerstätten für wassergefährdende Substanzen werden üblicherweise vorbeugend mit Polyurethan (PUR) versiegelt. Die PUR-Herstellung geschieht bislang unter Verwendung von Polyolen auf petrochemischer Basis.

Eine umweltschonende Alternative konnte inzwischen die Firma MC-Bauchemie aus Essen entwickeln. Mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gelang es erstmalig, den Anteil nachwachsender Rohstoffe im Polyol-Anteil bis auf 67% zu verdoppeln: “Um die Eigenschaften bisheriger Beschichtungen zu erreichen mussten wir die PUR-Rezeptur komplett neu formulieren”, so Dr. Wolfgang Karl aus der Entwicklungsabteilung von MC-Bauchemie. Verwendung fanden Soja- und Leinöle der Harburger Fettchemie Brinckmann & Mergell.

Nicht nur, dass die neue Beschichtung besser zu verarbeiten und gegenüber hoch konzentrierten Säuren noch beständiger ist als herkömmliche PUR-Versiegelungen – auch schädliche Weichmacher und Mineralöl-basierte niedermolekulare Bestandteile können künftig entfallen. Zusätzlich bestätigte das Institut für Technische Chemie und Umweltchemie in Jena dem innovativen Produkt mit einer Ökobilanz runde 40 Prozent pro Tonne Energieeinsparung bei der Herstellung.

Leider sind nicht alle petrochemisch produzierten Polyole durch natürliche Öle zu ersetzen: “Wir können aber etwa zehn Prozent der Anwendungen mit unserer Entwicklung umweltfreundlicher gestalten,” prognostiziert Dr. Karl. Immerhin würde dies einer Einsparung von ca. 2.700 Tonnen (4 Mio. Liter) Normalbenzin entsprechen.

Eine ausführliche Darstellung des Entwicklungsprozesses findet sich in der Veröffentlichung Vom Acker machen? – Vergleichende Bilanzierung von PUR-Industriefußböden auf petrochemischer oder pflanzlicher Rohstoffbasis – erschienen in der Fachschrift Farbe & Lack – Ausgabe 3/2004.

Source: VDI nachrichten vom2004-05-28 und pers. Mitteilung von Dr. W. Karl (MC-Bauchemie) vom 2003-06-22.

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