18 November 2008

BMU gegen Getreide als Regelbrennstoff

Referentenentwurf zur Immissionsschutzverordnung sorgt für Irritation

Wie Top Agrar Online berichtet, hat sich das Bundesumweltministerium (BMU) überraschend gegen die Aufnahme von Getreide als Regelbrennstoff ausgesprochen. Das geht aus einem internen Referentenentwurf zur ersten Bundesimmissionsschutz-Verordnung (1. BImSchV) vom 21.10.2008 hervor, in dem Getreideganzpflanzen, -körnern und –ausputz anders als in bisherigen Entwürfen plötzlich wieder aus der Liste der zulässigen Brennstoffe entfernt wurde.

Seit 1,5 Jahren bemüht sich die Branche um die Novellierung der seit 1988 bestehenden Verordnung, die neben Emissionsgrenzwerten für kleinere Heizanlagen auch die Regelbrennstoffe definiert. “Ich vermute, dass die befürchteten Diskussionen um die Nahrungsmittelkonkurrenz von Energierohstoffen zu diesen neuen Vorschlägen geführt haben”, äußerte dazu Anja Behnke vom Umweltbundesamt, das für die Umsetzung der 1. BImSchV zuständig ist. Laut Staatssekretär Clemens Neumann will das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz jetzt intervenieren und sich um die Rücknahme der neuesten Vorschläge bemühen.

Dr. Andreas Schütte, Geschäftsführer der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), zeigte sich auf einer Veranstaltung während der Messe “Bioenergy Europe” in Hannover enttäuscht von dem Vorschlag des BMU: “Fast vier Jahre haben wir mit über 3 Mio. Forschungsgeldern in verschiedenen Projekten untersucht, wie sich Getreide und andere Agrarbrennstoffe in Kleinfeuerungsanlagen verbrennen lassen. Wir stellen immer wieder neue Ergebnisse vor, aber die Politik bewegt sich nicht. Jetzt sind wir wieder da, wo wir bereits 1988 waren”, kritisierte er.

Source: Top Agrar, 2008-11-17.

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