2 August 2007

BMU erhöht Zuschüsse für erneuerbare Energien um 50%

Reaktion auf Einbruch im Auftragsvolumen

Wie das Bundesumweltministerium (BMU) mitteilt, ist das Auftragsvolumen bei solarthermischen Anlagen und Biomassekesseln seit Jahresbeginn stark zurückgegangen. Absatzrückgänge von 35 Prozent im Solarbereich und sogar über 60 Prozent im Biomassebereich sind zu verzeichnen. Um die Markteinführung dieser erneuerbaren Energie-Technologien mit all ihren positiven Effekten für Investitionen und Arbeitsplätze in der mittelständisch geprägten Branche und im Handwerk anzukurbeln, hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel jetzt die Investitionskosten-Zuschüsse um 50 Prozent erhöht. “Ich hoffe, dass durch die verbesserten Investitionsanreize klimaschonende Technologien im Wärmemarkt stärker Einzug halten”, so Gabriel.

Die geänderte Richtlinie zum Marktanreizprogramm trat am 2. August 2007 in Kraft. Antragsteller können ab sofort von dieser Regelung profitieren und ihre Anträge bei dem dafür zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einreichen.

Im Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien stehen in diesem Jahr unverändert 213 Mio. Euro zur Verfügung. Besonders attraktiv ist die Förderung innovativer Anlagen, wie großer solarthermischer Anlagen zur Heizungsunterstützung, zur solaren Kühlung oder zur Bereitstellung von solarer Prozesswärme. Hierfür wird seit März 2007 das Dreifache der Basisförderung, also bis zu 210 Euro pro Quadratmeter Solarkollektorfläche, gewährt. Auch die KfW Bankengruppe stellt innerhalb ihres Förderprogramms für erneuerbare Energien für diese Technologien einen Tilgungszuschuss in Höhe von bis zu 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten zur Verfügung.

Bundesverband BioEnergie begrüßt Erhöhung und fordert Wärmegesetz
Mit großer Zustimmung begrüßt der Bundesverband BioEnergie e.V. (BBE) die Erhöhung der Zuschüsse. “Wir erhoffen uns, dass die Erhöhung der Fördersätze kurzfristige Investitionsanreize und damit einen Nachfrageschub für die im Rahmen des MAP geförderten Biomasseanlagen auslöst, so dass die massiven Absatzrückgänge von bis zu 60 Prozent gegenüber 2006 bei Biomassefeuerungen zumindest teilweise kompensiert werden”, so Helmut Lamp, Vorsitzender des Vorstandes des Bundesverband BioEnergie (BBE).

Gleichzeitig erneuert der BBE seine Forderung an die Politik, den Ausbau der erneuerbaren Energien und der Bioenergie im Wärmemarkt endlich durch stetige und verlässliche politische Rahmenbedingungen verstärkt anzureizen. Das MAP könne nur dann eine stetige Marktentwicklung garantieren, wenn dauerhafte und verlässliche Fördertatbestände und Förderhöhen gegeben sind.

Der BBE fordert daher, auch über 2007 hinaus Holzpelletsanlagen, Scheitholzvergaserkessel sowie Holzhackschnitzelanlagen als innovative und klimafreundliche Wärmeerzeugungsanlagen mit attraktiven Fördersätzen durch die MAP-Investitionszuschüsse zu fördern und zudem die Mittelausstattung des MAP von derzeit 213 Mio.€ im Bundeshaushalt 2008 deutlich zu erhöhen und langfristig festzuschreiben. Unsichere Mittelausstattungen und ständig wechselnde und sich ändernde Förderhöhen und Fördertatbestände hingegen bewirkten nur Verunsicherung bei den Endverbrauchern und gefährdeten Investitionen und Arbeitplätze in der innovativen Bioenergiebranche. Daher appelliert der BBE an die Politik, nun auch parallel zum MAP endlich das im Koalitionsvertrag angekündigte regenerative Wärmegesetz umzusetzen und im Rahmen einer Technologiewahlfreiheit alle erneuerbaren Wärmetechnologien offensiv zu fördern und auszubauen.

VHI fordert Stopp des Marktanreizprogramms
Mit Besorgnis reagiert der Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie (VHI) auf die Anhebung der Fördersätze im Rahmen des Marktanreizprogramms für Holzkessel. Immer mehr Holz würde verbrannt und fehle damit der Möbelindustrie und im Baugewerbe. Durch die von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel nun zusätzlich aufgestockten Subventionen zur Holzverbrennung seien tausende Arbeitsplätze in der Holz- und Möbelindustrie in Gefahr – der VHI fordert daher einen Stopp des Marktanreizprogramms. VHI-Geschäftsführer Dr. Peter Sauerwein: “Die Förderung der Verbrennung von Holz vor der stofflichen Nutzung ist volkswirtschaftlich und ökologisch unsinnig.”

Weitere Informationen

(Vgl. Meldungen vom 2007-01-27, 2007-01-09 und 2007-05-02.)

Source: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, 2007-08-01, Bundesverband BioEnergie (BBE), 2007-08-01 und Holz-Zentralblatt online, 2007-08-03.

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