19 April 2002

Blockheizkraftwerke auf Pflanzenölbasis

Durch die starken Veränderungen am Rohölmarkt und nicht zuletzt durch die höhere Vergütung von Strom aus Biomasse ist das Interesse an der energetischen Verwertung von Pflanzenöl stark angestiegen. Das Elektrizitätswirtschafts- und Organisationsgesetz (ElWOG) in Österreich sieht vor, dass der Anteil von Strom aus erneuerbarer Energie bis zum Jahr 2007 auf 4% angehoben werden muss. Dementsprechend häuften sich in den letzten Jahren Anfragen über die Möglichkeit, Strom und Wärme aus nativem Rapsöl durch die Verwendung in Blockheizkraftwerken zu gewinnen.

Im Jahr 2001 wurde an der Bundesanstalt für Landtechnik mit einem Forschungsprojekt begonnen, den Stand der Technik, die Emissionen, die praktischen Erfahrungen, aber auch die Wirtschaftlichkeit pflanzenölbetriebener Blockheizkraftwerke näher zu untersuchen. Erste Ergebnisse wurden bei einem Expertenforum “Rapsölkraftstoff in Traktoren und Blockheizkraftwerken” am 25./25. Februar 2002 in Straubing, Deutschland, präsentiert.

Im ersten Projektsjahr wurden insgesamt 3 Blockheizkraftwerke (zwischen 4 kWel. und 20 kWel.) untersucht. Die kommerziell verfügbaren Anlagen werden mit Steuerung anschlussfertig ausgeliefert und überzeugten durch einen professionellen Aufbau. Der Gesamtwirkungsgrad der Anlagen lag zwischen 85 und beachtlichen 90%, wobei der elektrische Wirkungsgrad meist deutlich unter 30% liegt.

Besonders interessant ist das System eines Herstellers, bei dem das Rapsöl gleichzeitig zur Schmierung des Motors verwendet wird. Das heißt, der Motor besitzt keinen eigenen Motorölhaushalt. Die Einspritzpumpe entnimmt den Kraftstoff aus dem Kurbelgehäuse. Ob sich dieses innovative Konzept bewährt, muss durch eine entsprechende Lebensdauer nachgewiesen werden.

Bei den Abgasemissionen sind vor allem Stickoxide, Rußemissionen und Staub zu beachten. Die Verwendung von Oxidationskatalysatoren ist sogar bei kleinen Anlagen bereits Stand der Technik. Die Situation bei der Luftreinhaltung ist in Österreich noch ungenügend gesetzlich geregelt. Ein Arbeitskreis der Technischen Amtssachverständigen hat eine Technische Grundlage für die Beurteilung von Emissionen aus Stationärmotoren erstellt (BMWA 2001). Darin sind Empfehlungen für Grenzwerte enthalten, die von den Amtssachverständigen in den gewerblichen Genehmigungsverfahren sinngemäß auch für Pflanzenöl-Blockheizkraftwerke angewendet werden können.

Für weitere Auskünfte:

Dipl.-Ing. Heinrich Prankl (Bundesanstalt für Landtechnik)
A 3250 Wieselburg, Austria
Tel.: +43 (0)7416-52 175-27
Fax: +43 (0)7416-52 175-45
E-Mail: heinrich.prankl@blt.bmlf.gv.at

(Vgl. auch Meldungen vom 2002-04-01 und 2002-01-24.)

Source: Mitteilungen der Fachbereichsarbeitsgruppe "Nachwachsende Rohstoffe" der BLT Wieselburg Nr. 23 - vom 2002-03-01.

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