15 Juni 2004

Biowärme für Thurnau

Thurnau, Lkr. Kulmbach – Der Markt Thurnau setzt bei seiner Wärmeversorgung auf Nachwachsende Rohstoffe: Landwirtschaftsminister Josef Miller hat am Freitag das neue Biomasse-Heizwerk offiziell in Betrieb genommen. Es versorgt das Senioren- und Pflegeheim an der Kirschenallee sowie ein geplantes Neubaugebiet über eine ein Kilometer lange Trasse mit umweltfreundlicher Biowärme. Herzstück der Anlage ist ein Holzhackschnitzelkessel mit einer Leistung von rund 400 Kilowatt. Das Heizwerk wird im Endausbau mit jährlich rund 610 Tonnen naturbelassenem Wald und Restholz aus der Region beschickt. Die rund 935.000 Euro teure Investition wird mit rund 250.000 Euro aus Landes- und EU-Mitteln bezuschusst. Betreiber und Investor ist die BMH Fernwärme GmbH.

In seiner Festrede lobte Miller das neue Biomasse-Heizwerk als Musterbeispiel für klima- und ressourcenschonende Energieversorgung auf kommunaler Ebene. Angesichts knapper werdender fossiler Brennstoffe und der Treibhausproblematik werde die energetische Nutzung von Biomasse immer wichtiger. Die Anlage spart jährlich rund 225.000 Liter Heizöl ein. Damit wird der Ausstoß von rund 600 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid vermieden. Denn bei der Verbrennung von Holz wird nur so viel dieses Gases frei gesetzt, wie vorher beim Aufwuchs gebunden wurde.

Energiegewinnung aus Biomasse ist nach Aussage des Ministers ein wichtiges agrarpolitisches Ziel in Bayern: “Wärme und Strom aus Stall, Feld und Wald haben Zukunft.” Die Rohstoffe kommen von ortsansässigen Bauern oder Waldbesitzern. Gerade für die oft von rückläufigen Einnahmen betroffenen Land- und Forstwirtschaft bedeutet dies eine zusätzliche Einkommensquelle. Von 1990 bis Ende 2003 hat der Freistaat 196 Millionen Euro, davon 162 Millionen Euro aus Landesmitteln, überwiegend in die Energieerzeugung aus Biomasse investiert. Biomasse deckt heute in Bayern 3,76 Prozent des Primärenergieverbrauchs, was etwa dem Wärmebedarf von rund 890.000 Einfamilienhäusern entspricht. Bundesweit sind es 1,9 Prozent.

Source: Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten vom 2004-06-11.

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