30 Juni 2005

Biotreibstoffe: Brasilien mischt an allen Fronten mit

Flex-Fuel-Technologie und Ölsaatenanbau sollen Erdölabhängigkeit verringern

Auch der südamerikanische Zuckerriese will seine Abhängigkeit von importierten Energieträgern verringern. Dabei setzt Brasiliens Bemühen nun auch auf Biodiesel aus Sojabohnen, Rizinus- oder Baumwollsamen.

Ein neuer Gesetzerlass sieht vor, dass bis zum Jahr 2008 schon zwei Prozent allen verkauften Dieselöls aus Biodiesel bestehen müssen, bis 2013 sollen es fünf Prozent sein.

Weite Teile des Landes könnten hierbei für den Anbau von Ölsaaten nutzbar gemacht werden, dann “hat Brasilien Chancen, mit Biodiesel zur globalen Wirtschaftsmacht zu werden”, so Maria das Graças, Ministerin für Öl, Gas und erneuerbare Energien.

Durch die Einführung von Biodiesel im großen Maßstab ließen sich die bisherigen Dieselölimporte in Höhe von 37 Mrd. Litern jährlich möglicherweise drastisch verringern oder ganz ersetzen – von der Schaffung neuer Arbeitsplätze für den ländlichen Raum einmal abgesehen.

Daneben hat Brasilien sich bereits als weltweit größter Produzent von Ethanoltreibstoff aus Zuckerrohr etabliert. Sein derzeitiges Exportvolumen von zehn Mrd. Litern jährlich entspricht einem Erlös von zwei Mrd. Dollar.

Diesem Kraftstoff werden die 2003 von Volkswagen eingeführten Flex-Fuel-Fahrzeuge nur gerecht, welche im vergangenen Jahr schon einen Marktanteil von 26 Prozent erreichten. Schätzungen zufolge soll dieser Anteil innerhalb der nächsten zwei Jahre bis auf 40 Prozent ansteigen.

“Dank dieser Technologie wird Brasilien auf lange Sicht vom Erdöl unabhängig sein”, so hofft Fernando Reinach, Geschäftsführer von Votorantim Novos Negócios.

Source: Technology Review Juni-Ausgabe 2005.

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