4 Mai 2009

Biotechnologie-Firmenumfrage 2009: Wachstum trotz Krise

Von Krise ist bei den meisten Unternehmen der Biotechnologie noch nicht viel zu spüren

Eigentlich hätte es deutlich schlimmer kommen können, doch von Krise war im Jahr 2008 bei den deutschen Biotech-Firmen nicht viel zu spüren. Leichtes Umsatzplus, stabile Beschäftigtenzahlen und erneut hohe Ausgaben für Forschung und Entwicklung – das sind die ersten Ergebnisse der aktuellen Biotechnologie-Firmenumfrage von biotechnologie.de.

Bereits zum vierten Mal hat biotechnologie.de die Firmenumfrage unter deutschen Biotech-Unternehmen durchgeführt – und die ersten Ergebnisse deuten erneut auf ein moderates Wachstum hin. Demnach haben die rund 500 dedizierten Biotech-Unternehmen wieder mehr als zwei Milliarden erwirtschaftet (2,191 Mrd.), 9% mehr als 2007. Auf hohem Niveau liegen zudem die Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die auch 2008 wieder über der Marke von einer Milliarde Euro liegen (1,06 Mrd.). Die Umsätze und F&E-Ausgaben der dedizierten Biotech-Unternehmen zeigen auch 2008 einen Aufwärtstrend.

Nach ersten Vorab-Zahlen der Studie, deren komplette Ergebnisse am 6. Mai veröffentlicht werden, haben sich auch die Beschäftigtenzahlen weiter stabilisiert. So wurden insgesamt 14.450 Mitarbeiter in den dedizierten Biotechnologie-Unternehmen gezählt, deren Hauptbetätigungsfeld die Biotechnologie ist. Hinzu kommen 15.520 Angestellte der biotechnologisch ausgerichteten Geschäftsbereiche der Pharma-, Chemie- und Saatgutunternehmen. Damit sind in der kommerziellen Biotechnologie in Deutschland 29.970 Menschen beschäftigt. Insgesamt ergibt sich gegenüber dem Vorjahr ein leichter Zuwachs um 1,4% – falls der Trend anhält, wird in diesem Jahr die Beschäftigtenzahl erstmals 30.000 übersteigen.

“Für die meisten Firmen waren im Jahr 2008 noch kaum Anzeichen einer Krise zu spüren”, resümiert Dr. Boris Mannhardt, Leiter der Studie bei biotechnologie.de. Seit 2005 erhebt biotechnologie.de im jährlichen Turnus die Daten der deutschen Biotech-Branche – auf der Basis der international vergleichbaren statistischen Leitlinien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). In diesem Jahr wurden 666 Unternehmen befragt, 567 waren zu einer Antwort bereit.

Biotechnologie-Firmenumfrage 2009
Wie Mannhardt betont, sind die guten Umsatz- und Mitarbeiterzahlen dabei vor allem jenen Firmen zu verdanken, die ihre Dienstleistungen im Markt anbieten. “Mit rund 60 Prozent am Umsatz stellen sie das stabile Rückgrat der Branche dar, auch wenn sie in der Öffentlichkeit weniger wahrgenommen werden.”

Deutlich schwieriger sieht es indes für die Medikamentenentwickler aus. Sie haben es zunehmend schwerer, an genügend Geld zu kommen, wenngleich die Bedeutung der Biopharmazeutika in der Medizin stetig wächst, wie die jüngsten Zahlen des Verbandes der forschenden Arzneimittelhersteller (VFA) erst kürzlich wieder bestätigt haben. Geld für teure klinische Studien einzutreiben, war 2008 allerdings nicht so einfach. So summierte sich das eingeworbene Wagniskapital nach Angaben des Biotechnologie-Branchenmagazins |transkript im Jahr 2008 lediglich auf 203 Millionen Euro, ein Drittel weniger als noch 2007. Dabei gingen allein 65 Millionen auf das Konto der Mainzer Ganymed – die größte Finanzierungsrunde, die jemals in Deutschland geschlossen wurde. Schlecht sah es |transkript zufolge auch an der Börse aus. Hier brachen die Investitionen erneut ein, auf 93 Millionen Euro (2007: 137 Mio.). Einen Börsengang gab es 2008 nicht.

Source: biotechnologie.de, 2009-04-29.

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