17 September 2007

Biotech-Standort Deutschland gestärkt oder gefährdet?

Abweichende Einschätzungen von Regierung und Industrieverband

Der Vorsitzende der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB), Dr. Bernward Garthoff, hat der Bundesregierung vorgeworfen, die Rahmenbedingungen für die Biotech-Branche zu verschlechtern. Probleme bereiten den Unternehmen vor allem die Auswirkungen der Steuerreform auf forschende Unternehmen und die Novelle des Gentechnik-Gesetzes.

Forschung, Entwicklung und Anwendung würden durch das Gentechnikgesetz künftig noch stärker eingeschränkt als bisher. Garthoff kritisierte insbesondere, dass die Bundesregierung die Haftung nicht präzisiert habe. Er forderte außerdem, dass sich Landwirte mit konventionellen und gentechnisch veränderten Maiskulturen, die direkt aneinander grenzen, vertraglich auf geringere Abstände als die von Bundesminister Seehofer geplanten 150 Meter einigen können. Der wissenschaftlich unbegründete Abstand von 300 Metern zu Öko-Maisflächen sei völlig inakzeptabel.

Unzufrieden ist die DIB außerdem mit dem Gesetzentwurf zur Modernisierung der Rahmenbedingungen für Kapitalbeteiligungen. Mit der Beschränkung der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Verlustvorträgen ab 2008 verschlechterten sich die Renditen von Biotech-Firmen deutlich gegenüber Unternehmen mit Geschäftsfeldern ohne ebenso langfristig angelegte und kapitalintensive Produkt- und Technologieentwicklung.

BMF sieht Biotechstandort Deutschland gestärkt

Nach Einschätzung des Bundesforschungsministerium (BMBF) dagegen hat der Biotechnologiestandort Deutschland gute Chancen, im internationalen Wettbewerb weiterhin eine wichtige Rolle zu spielen.

So solle künftig mit dem Förderprogramm Pharma-Initiative beispielsweise die Produktion innovativer Arzneimittel mit biotechnologischen Methoden gefördert werden. Die Maßnahme BioChancePlus unterstützt kleine und mittlere Biotechnologie-Unternehmen mit einer Gesamtsumme von 100 Millionen Euro und fördert damit risikoreiche Forschungs- und Entwicklungsvorhaben von Verbünden aus Biotechnologie- und Pharma-Unternehmen.

Zudem hat das BMBF den Wettbewerb GO Bio in zweiter Runde ausgeschrieben. Dieser soll Forscher ermuntern, ihre guten Ideen auch in Produkte umzusetzen. Die Fördersumme beträgt insgesamt 20 Millionen Euro.

(Vgl. Meldungen vom 2007-04-25 und 2007-05-31.)

Source: Bionity, 2007-08-31 und 2007-08-30.

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