18 September 2009

Biostrom-Tankstelle am Zellstoffwerk Stendal

Papierfabrik als Bioraffinerie: Zellstoff, Strom und Wärme aus Holz

Am 9. September wurde am Zellstoffwerk Stendal in Arneburg des US-kanadischen Konzerns Mercer eine Biostrom-Tankstelle mit vier Anschlüssen für Elektrofahrzeuge in Betrieb genommen, berichtet volksstimme.de. Ein Elektro-Roller mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km steht den 600 Mitarbeitern zum Testen zur Verfügung.

“Aus 5,3 kg Holz werden 2,6 kg Zellstoff und drei kWh Strom”, informiert der Geschäftsführer der Stendal Pulp Holding, Wolfram Ridder. “Mit dieser Initiative will das Unternehmen zeigen, dass Elektromobilität auch für ländliche Regionen interessant ist”, führt er weiter aus.

Das 2004 im Landkreis Stendal in Betrieb genommene Zellstoffwerk produziert jährlich über 600.000 Tonnen Zellstoff und Strom für rund 250 000 Haushalte. Laut Ridder erzeugt das Werk zehn Prozent der gesamten Bioenergie – basierend auf festen Stoffen – in Deutschland.

Der 100-Megawatt-Generator des Zellstoffwerkes ist voll ausgelastet. Eine Erweiterung um 20-Megawatt werde derzeit ernsthaft geprüft, so Ridder gegenüber der Volksstimme. Im Gegensatz zu einem von der RWE ebenfalls in Arneburg geplanten Steinkohlekraftwerk mit 1.600 MW nutzt das Zellstoffwerk die Abwärme aus der Stromerzeugung zu 100 Prozent als Prozesswärme im Betriebsablauf.

Source: Volksstimme.de, 2009-09-10, Bauernzeitung, 2009-09-11 und BUND, 2009-09.

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