18 Juni 2002

Bioschmierstoffe in der Forstwirtschaft

Interforst bietet breite Informationsmöglichkeiten

Bioschmierstoffe und –hydrauliköle sind aufgrund ihres hohen technischen Niveaus allgemein akzeptiert. Gute Schmiereigenschaften, lange Ölwechsel-Intervalle und ihre geringe Wassergefährdung zeichnen sie aus. Zudem sind die Produkte auf spezielle Einsatzbereiche zugeschnitten. Konkrete Informationen zu Fragen des Einsatzes von Bioschmierstoffen in der Forstwirtschaft bietet die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), Projektträger des Bundesverbraucherschutzministeriums, auf der Interforst vom 3.-7. Juli in München.

Bioschmierstoffe sind mittlerweile genauso leistungsfähig wie ihre fossilen Konkurrenten. Beinahe überall dort, wo heute noch Mineralöle genutzt werden, können auch Bioöle den reibungslosen Betrieb von Maschinen gewährleisten. Allerdings sollten für einen problemlosen Umstieg auf pflanzliche Schmier- und Druckflüssigkeiten ihre spezifischen technischen Eigenschaften berücksichtigt werden.
Der Verband Deutsche Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) hat die Motor-, Hydraulik- und Getriebeöle auf Basis nachwachsender Rohstoffe zur besseren Übersicht in zwei Stoffklassen untergliedert: Natürliche Ester (HETG = Hydraulik Oil Environmental Triglyceride), wie z. B. Rapsöl und Sonnenblumenöl, weisen eine geringere Hydrolysebeständigkeit auf als synthetische Ester. Aufgrund des hohen Anteils mehrfach ungesättigter Fettsäuren ist außerdem die Oxidationsstabilität niedriger. Die als Hydraulikflüssigkeiten eingesetzten Produkte bestehen neben dem pflanzlichen Grundöl aus Additivzusätzen. Sie tragen zur Verbesserung der chemischen und tribologischen Eigenschaften bei. Ein problemloser Einsatz von HETG–Fluiden in leichten und mittleren Belastungsbereichen der Hydraulikflüssigkeiten, wie bei Mähdreschern und Müllfahrzeugen, ist daher gewährleistet.

Synthetische Ester (HEES = Hydraulic Oil Environmental Ester Synthetic), wie z.B. Polyolester, Dicarbonsäureester und Komplexester, werden aus mehrwertigen Alkoholen und Carbonsäuren hergestellt. Aufgrund ihrer wesentlich besseren Hydrolyse- und Oxidationsstabilität sind HEES-Fluide zum Einsatz unter weit höheren Belastungen, wie zum Beispiel in Forstmaschinen und Baggern, ausgezeichnet geeignet.
Vom Grundsatz her gibt es für jede Anforderung das richtig Bioöl. Zudem liegen ihre Vorteile auf der Hand:

Zum Einen weisen Bioschmierstoffe ein umweltfreundliches Verhalten durch den leichten biologischen Abbau bei Leckagen und Unfällen auf. Zum Anderen sind es die technischen Umweltvorteile beim Einsatz wie bessere Schmierfähigkeit und damit geringerer Verschleiß auch bei hohen Temperaturen, ein besserer Wirkungsgrad und damit geringerer Energie- und Kraftstoffverbrauch sowie die geringeren Emissionen. Ein Grund mehr, sie generell auch als Verlustschmierstoffe einzusetzen, beispielsweise als Sägekettenöle oder Betontrennmittel. Nutzen auch Sie die Gelegenheit und informieren Sie sich am Stand 520 der FNR in Halle B6.

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.
V.i.S.d.P.: Dr.-Ing. Andreas Schütte
Hofplatz 1
18276 Gülzow
Tel.: 03843/69 30-0
Telefax: 03843/69 30-102
E-Mail: [email protected]
Internet: http://www.fnr.de

Source: Pressemitteilung der FNR Nr. 246 vom 2002-06-17.

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