27 November 2018

Bioplastics Award 2018: Bekanntgabe der Finalisten

Der Preis wird am 4. Dezember 2018 anlässlich der 13. European Bioplastics Conference in Berlin verliehen

Die internationale Fachzeitschrift bioplastics MAGAZINE präsentiert den 13. “Global Bioplastics Oskar”. Fünf Juroren aus Hochschule, Presse und Verbänden aus Amerika, Europa und Asien haben die fünf Finalisten für den internationalen “Bioplastics Award” ausgewählt. Der Preis zeichnet Unternehmen aus, die durch innovative Ideen, Produkte oder Serviceleistungen hervorstechen und für den Einsatz von Biokunststoffen beispielhaft sind. Die Produkte mussten in 2017 oder 2018 entwickelt oder in den Markt eingeführt worden sein. Der Preis wird am 4. Dezember 2018 anlässlich der 13. European Bioplastics Conference in Berlin verliehen.

Die fünf nominierten Unternehmen / Produkte sind (ohne Rangfolge):

Loliware (USA) – Lolistraw – essbare und “hyperkompostierbare” Strohhalme

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Lolistraw – essbare und hyper­kompostierbare Strohhalme – (Bild: Polymedia Publisher GmbH)

Lolistraw, von Loliware aus New York, USA, gelten als die weltweit ersten “hyperkompostierbaren” und sogar essbaren Strohhalme. Sie werden mittels einer patentierten, auf Meeresalgen basierenden Technologie von Loliware hergestellt und sind kompostierbar, maritim abbaubar und gentechnikfrei. Die Strohhalmdesigner Chelsea Briganti und Leigh Ann Tucker nennen das Material “hyperkompostierbar”, da die Strohhalme den Angaben zufolge leicht zerfallen und ohne Spuren biologisch vollständig abgebaut werden. Das Material soll in der Kompostierung zusammen mit Lebensmittelabfällen innerhalb von maximal 60 Tagen abgebaut werden. Seetang ist eine erneuerbare Ressource, die keine Landressourcen benötigt und CO2 absorbiert, wodurch dieses Produkt auf Algenbasis einen ökologischen Vorteil bieten soll.

Die anfängliche Textur von Lolistraw ist wie Kunststoff, kann aber mit einem Geschmack oder mit zusätzlichen Nährstoffen versetzt werden. Vor der spurlosen Entsorgung hält Lolistraw in einem Getränk bis zu acht Stunden und ist trocken bis zu 24 Monate haltbar. Wenn die Verbraucher ihr Getränk verzehrt haben, können sie den Strohhalm essen oder kompostieren.

“Unsere Welt braucht einen radikal neuen Ansatz für den täglichen Verbrauch von Einweg-Kunststoffen, die allzu oft auf Deponien landen oder die Ozeane verschmutzen. Unsere Lösungen verwandeln Einwegprodukte durch Kompostierung in Pflanzennährstoffe oder menschlichen Brennstoff durch den Verzehr”, sagt Loliware-Mitbegründerin Leigh Ann Tucker.

TU Eindhoven (Niederlande) – Das biobasierte “Zirkulare Auto”

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Das weltweit erste biobasierte “Zirkulare Auto” – (Bild: Polymedia Publisher GmbH).

Das weltweit erste biobasierte “Zirkulare Auto”, das von der Technischen Universität Eindhoven in den Niederlanden entworfen und gebaut wurde, wurde Anfang des Jahres von einem Team von Studenten vorgestellt, das für die Entwicklung und Realisierung verantwortlich ist. Dies sei das erste Mal, dass ein Fahrgestell und alle Karosserieteile aus natürlichen und biobasierten Materialien hergestellt wurden – für die Strukturteile des Autos wurden keine Metalle oder traditionellen Kunststoffe verwendet. Die Teile bestehen aus leichten und stabilen Sandwichpaneelen auf Basis von natürlichen Flachsfasern und Luminy PLA von Total Corbion PLA.

Das Auto, das vom TU/ecomotive Studententeam Noah genannt wird, wurde als Stadtauto konzipiert und verfügt über zwei Sitze und einen geräumigen Kofferraum. Noah unternimmt derzeit eine europäische Tournee und besucht Automobilhersteller, Zulieferer und Universitäten, um andere zu inspirieren. Neben seiner biobasierten Zusammensetzung ist das Fahrzeug ultraleicht und elektrisch betrieben. Noah erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h und die Reichweite der Batterie reicht bis zu 240 km. Mit 360 kg beträgt das Gewicht des Autos ohne Batterien weniger als die Hälfte des Gewichts vergleichbarer Serienfahrzeuge. Neben der biobasierten Herkunft sind die Teile auch recycelbar, was zu einem 100 Prozent “zirkulären” Auto führen soll, das in allen Lebensphasen nachhaltig ist.

Das von Total Corbion PLA für den Einsatz im Auto gelieferte PLA ist biobasiert und recycelbar und besteht aus nachwachsenden Rohstoffen, die im Vergleich zu vielen herkömmlichen Kunststoffen eine geringere CO2-Bilanz aufweisen sollen. Bei der Konstruktion des Fahrzeugs wurden hochwärmebeständige Luminy PLA-Typen verwendet, um eine lange Lebensdauer und ausreichende Hitzebeständigkeit zu gewährleisten.

Aakar Innovations (Indien) – Kompostierbare Damenbinden

wImage.php3Die Menstruation gilt in Indien als schmutzig und unrein. Dies spiegelt sich in der Art und Weise wider, wie mit dem gesamten Konzept der Menstruationshygiene umgegangen wird. Die Scham, die Geheimhaltung, der fehlende Zugang zu sauberen Binden oder Toilettenanlagen tragen zusätzlich zu den Herausforderungen bei. Probleme wie mangelndes Bewusstsein, mangelnder Zugang und Kosten zwingen etwa 300 Millionen Frauen, sich auf alte Lumpen, Plastik, Sand und Asche zu verlassen, um ihre “Hygiene”-Bedürfnisse während ihres Menstruationszyklus zu erfüllen. Die zwölf Prozent der Frauen und Mädchen, die Zugang zu besseren Produkten haben, werfen jeden Monat rund 433 Millionen Binden weg, die einen Abfallberg von 9.000 Tonnen in Indien erzeugen. Darüber hinaus werden mehr als 80 Prozent dieser Abfälle entweder die Toilette hinuntergespült oder auf einer Deponie entsorgt.

Aakar Innovations (Belapur, Mumbai, Indien) ist bestrebt, das Schweigen über das Thema Menstruationshygiene zu brechen und allen Beteiligten, insbesondere jugendlichen Mädchen, Wissen und Orientierung zu vermitteln. Das hybride Sozialunternehmen will es Frauen ermöglichen, bezahlbare, qualitativ hochwertige, zu 100 Prozent kompostierbare Damenbinden in ihren Gemeinden herzustellen und zu vertreiben und gleichzeitig das Bewusstsein und die Sensibilisierung für die menstruelle Hygiene zu erhöhen. Deshalb hat Aakar unter dem Markennamen Anandi eine 100 Prozent kompostierbare Damenbinde auf den Markt gebracht.

Anandi ist eine 100 Prozent kompostierbare Damenbinde mit biobasierter, kompostierbarer Polymerfolie. Es wird naturbelassener Weichkiefernholz-Zellstoff verwendet, der mehr als 97 Prozent Cellulose und Hemicellulose enthält. Der verwendete Holz-Zellstoff besteht aus reinen Cellulosematerialien mit hoher Gleichmäßigkeit der Fasern, die eine leichte Zersetzung ermöglichen. Die Rohstoffe für den Biokunststoff stammen aus natürlich vorkommender Maisstärke.

Bio4Pack (Deutschland) – PLA Schale für frisches Fleisch

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PLA Schale für frisches Fleisch – (Bild: Polymedia Publisher GmbH).

Nach mehrjähriger Entwicklungsarbeit in Zusammenarbeit mit mehreren großen Unternehmen der Fleisch- und Verpackungsindustrie hat Bio4Pack eine neue, nachhaltige Verpackung für Frischfleisch aus nachwachsenden Rohstoffen auf den Markt gebracht, die eine vollwertige Alternative zu herkömmlichen Verpackungen bieten soll. Das Tray wird aus PLA auf Zuckerrohrbasis thermogeformt und die transparente Mehrschicht-Deckelfolie besteht aus einer Schicht auf Cellulosebasis und einer Schicht aus einer PBS/ PBAT/PLA-Mischung. Sogar das Cellulose-Absorptionskissen ist laut Hersteller biobasiert und kompostierbar.

Die Fleischverpackung erfüllt den Angaben zufolge alle Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit und soll problemlos auf allen gängigen Verpackungsmaschinen verarbeitet werden können. Die Bio4Pack Fleischschalen sind in verschiedenen Farben und Größen erhältlich. Die Verpackung ist nach EN13432 für Kompostierbarkeit zertifiziert. Die Fleischschale wird aus nachwachsenden Rohstoffen (Zuckerrohr) hergestellt. Obwohl die komplette Verpackung die EN 13432 erfüllt, untersuchen Bio4pack und andere Interessengruppen in den Niederlanden den besten Weg, PLA zu recyceln, um es als Rohstoff für neue nachhaltige Produkte und/oder Verpackungen zu nutzen.

PepsiCo and Danimer Scientific (USA) – Biobasierte/ kom­post­ier­bare flexible Verpackung der zweiten Generation

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Biobasierte/kompostierbare flexible Verpackung der zweiten Generation – (Bild: Polymedia Publisher GmbH).

Seit der Markteinführung einer 100 Prozent kompostierbaren Chipstüte auf PLA-Basis im Jahr 2009 arbeitet PepsiCo gemeinsam mit Danimer an der Entwicklung der nächsten Generation biobasierter Kunststoffe, die industriell kompostierbare Snackbeutel mit dem richtigen Verhältnis aus Nachhaltigkeit, Leistung und Kosten ermöglichen sollen. Die neuen Danimer-Biokunststoffe sind Mischungen aus Biopolymeren und mineralischen Füllstoffen. PepsiCo arbeitete an der Optimierung der Verarbeitung der Basisfolien zu Barrierefolien und anschließend voll laminierten Folienstrukturen, die ihren Leistungsanforderungen entsprechen. Die Beutel der nächsten Generation sind den Angaben zufolge in Haptik, Geräusch und Performance mit den heutigen Beuteln von PepsiCo vergleichbar und vom TÜV-Austria als industriell kompostierbar zertifiziert. Noch in diesem Jahr ist geplant, die neuen biobasierten Strukturen in Chile und Indien zu erproben. In der Zwischenzeit arbeiten Danimer und PepsiCo an einer Chiptüte der dritten Generation, die auf der PHA-Technologie von Danimer basiert und in der Heimkompostierung vollständig biologisch abbaubar sein soll.

Source: Plasticker, 2018-11-22.

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