6 Oktober 2014

Bioöl für Transformatoren

Mosaikstein für eine nachhaltige Energieversorgung

In einem Verbundprojekt entwickelten die FUCHS Europe Schmierstoffe GmbH, die ALSTOM Schorch GmbH sowie die Universitäten Jena und Stuttgart ein Bio-Transformatorenöl, für das nach ersten Feldversuchen Freigaben erteilt sind.

Der Forschungsverbund TRAFECO wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über seinen Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert.

Egal ob aus regenerativen oder fossilen Energiequellen: Strom wird meistens zum Verbraucher transportiert. Um die Transportverluste dabei so gering wie möglich zu halten, wandeln Transformatoren die elektrische Energie vorher in Hochspannung (10 – 1.000 kV) um. Die beim Betrieb des Transformators entstehende Verlustwärme führen in der Regel hochraffinierte Mineralöle ab, die gleichzeitig die Wicklungen im Transformator voneinander dielektrisch isolieren, aber meist wassergefährdend und biologisch nicht schnell abbaubar sind.

Die vier Partner des Forschungsverbundes „Entwicklung, anwendungsnahe Testung und Feldeinsatz von biobasierten Isolationssystemen in Transformatoren – TRAFECO“ hatten sich zum Ziel gesetzt, ein nicht wassergefährdendes Produkt auf der Basis von Pflanzenölen zu entwickeln, das sich biologisch schnell abbauen lässt und die extrem hohen technischen Anforderungen an Trafoöle erfüllt. Der Weg dorthin war durchaus steinig: Insbesondere die extremen Anforderungen an den Temperaturbereich (einerseits soll das Öl bei – 45°C noch einsatzfähig sein, andererseits muss sein Flammpunkt über 250 °C liegen) haben den Wissenschaftlern sehr zu schaffen gemacht, zumal die Viskosität und die dielektrischen Eigenschaften auf hohem Niveau bleiben mussten. Gelungen ist dies durch die Nutzung eines synthetischen Esters auf Basis hochwertiger Pflanzenöle und einer ausgeklügelten Additivierung. Im Ergebnis der Arbeiten liegt jetzt ein Trafoöl vor, das zu mehr als 80 % aus nachwachsenden Rohstoffen besteht, die technischen Anforderungen für Trafoöle (DIN 61099) in vollem Umfang erfüllt, biologisch schnell abbaubar und gemäß der Verwaltungsvorschrift wassergefährdende Stoffe (VwVwS) von 2005 als „nicht wassergefährdend“ eingestuft ist.

Größere Mengen des TRAFECO-Öls wurden inzwischen bei Komponentenherstellern getestet und auf Materialverträglichkeiten untersucht. Von Seiten eines Stufenschalterherstellers und des Transformatorenherstellers ALSTOM liegen mittlerweile Freigaben für den Einsatz des Bioöls vor. Für interessierten Kunden wird zurzeit ein Datenblatt erstellt, so dass ersten größeren Praxistests nichts mehr im Wege steht.

In naher Zukunft muss bei einer großen Anzahl von Transformatoren, die bereits 30 und mehr Jahre in Betrieb sind, ein Austausch der Mineralölkomponente vorgenommen werden. Auch für diese Fälle ist das neu entwickelte Bio-Transformatorenöl eine gute Austausch-Alternative.

Alle Informationen zu diesem vom BMEL geförderten Forschungsverbund finden Sie auf www.fnr.de im Menüpunkt „Projekte & Förderung“ unter den Förderkennzeichen 22001106, 22011606, 22011706 und 22011806.

Die Ergebnisse des Forschungsverbunds werden auch auf dem Bioschmierstoff-Kongress vorgestellt. Dieser findet vom 12.-13. November in Hagen statt. Nähere Informationen sowie die Anmeldung finden Sie unter veranstaltungen.fnr.de/bioschmierstoff-kongress-2014

Source: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), Pressemitteilung, 2014-10-02.

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