28 Oktober 2004

Bioöl goes Offshore

Online-Öldiagnose minimiert Wartungskosten für Windkraftanlagen

Windkraftanlagen werden durch den Einsatz von Bioschmierstoffen umweltverträglicher und sicherer. Das wollen die Fuchs Lubritech GmbH Weilerbach, die RWTH Aachen und weitere Partner durch den Praxiseinsatz von Bioölen für die besonders anspruchsvolle Schmierung von Windkraftanlagen in Offshore-Parks nachweisen. Durch den Bioschmierstoffeinsatz werden nicht nur die Umweltrisiken im küstennahen Bereich minimiert. Die integrierten Elemente eines Condition Monitoring machen den Betrieb auch sicherer, da der Gebrauchszustand und die wesentlichen Parameter der Schmierstoffe über eine Online-Sensorik kontinuierlich überwacht werden sollen.

In Deutschland sind gegenwärtig erst 5% der Windkraftanlagen (WKA) mit Schmierstoffen auf Basis von Pflanzenölen ausgerüstet, obwohl deren hohe technische Leistungsfähigkeit in zahlreichen Forschungsvorhaben und Praxiseinsätzen seit Jahren nachgewiesen ist.

Viele WKA-Betreiber scheuen dennoch das Risiko, konventionelle mineralölbasierte Produkte durch Bioschmierstoffe zu ersetzen. Um diese Vorbehalte abzubauen und die Akzeptanz für Bioöle zu verbessern, wollen die Projektpartner den Nachweis erbringen, dass diese Produkte auch den anspruchvollen technischen Anforderungen bei Wind und Wetter gewachsen sind. In dem von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) geförderten Vorhaben werden die relevanten Schmierstellen repräsentativer WKA, wie die Hauptgetriebe, die Azimut- und Pitchgetriebe als auch die Lager, konsequent auf biogene Schmierstoffe umgestellt.

Im Fokus der Forschung steht die Weiterentwicklung einer neuen Generation von umweltverträglichen Industriegetriebeölen auf der Basis von biogenen Grundölen, mit denen der Getriebewirkungsgrad erhöht und die Leistung der WKA gesteigert werden soll.

Beim Praxiseinsatz soll vor allem der Nachweis der Langzeitstabilität der Öle unter dem Einfluss extremer klimatischer Bedingungen, wie Temperatur und Feuchtigkeit, erbracht werden. Da der Ölzustand ein wesentlicher Faktor für die Betriebsbereitschaft der Windkraftanlagen ist, wird eine Online-Sensorik dabei den Ölzustand kontinuierlich überwachen und die Messsignale an Land senden. Dieses “Condition Monitoring” analysiert in der Testphase den Wassergehalt des Öls und wird später um weitere Messsignale, wie z. B. den Viskositätsindex und die Partikelbelastung, erweitert. Die zuverlässige und kontinuierliche Ölüberwachung vor Ort soll eine zeit- und kostenintensive Probenahme bei abgelegenen Windkraftanlagen ersetzen und gleichzeitig die Betriebssicherheit erhöhen.

Weitere Informationen zu biogenen Schmierstoffen und Hydraulikflüssigkeiten und zum Markteinführungsprogramm stehen unter www.bioschmierstoffe.info zur Verfügung.

(Vgl. Meldung vom 2004-06-16.)

Source: Pressemitteilung Nr. 253 der FNR vom 2004-10-28.

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