21 September 2012

Bioökonomierat startet mit Doppelspitze in nächste Phase

Geplante Ziele bis 2016 umfassen u.a. die Sicherung der Welternährung, nachhaltige Gestaltung der Agrarproduktion, der Ausbau und Nutzung von biogenen Ernergieträgern sowie industriellen nachwachsenden Rohstoffen

Mit zahlreichen neuen Mitgliedern ist der Bioökonomierat in seine zweite Arbeitsphase bis 2016 gestartet. Das nunmehr 18-köpfige Expertengremium wird die Bundesregierung zu wichtigen Fragen auf dem Weg zu einer auf biogenen Rohstoffen basierenden Wirtschaft beraten. Bei der konstituierenden Sitzung in Berlin einigten sich die Experten aus Wissenschaft und Industrie am 20. September 2012 auf eine Doppelspitze: Neben der Berliner Biotechnologin Christine Lang wird der Bonner Agrarökonom Joachim von Braun den Vorsitz des Bioökonomierats übernehmen. “Auf dem Weg zur biobasierten Wirtschaft setzen wir auf Sie als wichtige Ratgeber für die nötigen Weichenstellungen auf nationaler und internationaler Ebene”, sagte Georg Schütte, Staatsekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Seit 2009 berät der Bioökonomierat die Politik auf dem Weg in eine biobasierte Wirtschaft. Der vom BMBF initiierte Rat erstellt wissenschaftliche Empfehlungen, die der Bundesregierung bei der Umsetzung ihrer “Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie2030″ als Impulsgeber und Richtschnur dienen. Mit dem Forschungsförderprogramm stellt die Bundesregierung zwischen 2010 und 2016 2,4 Milliarden Euro für Forschung zur Umsetzung einer wissensbasierten Bioökonomie zur Verfügung (mehr…). Das Ziel der Bundesregierung ist es, mit Forschung und Innovation einen Strukturwandel von einer erdölbasierten hin zu einer nachhaltigen biobasierten Wirtschaft zu ermöglichen, der mit großen Chancen für Wachstum und Beschäftigung verbunden ist.

Experten decken breites Spektrum ab
Die erste Arbeitsphase des Bioökonomierates war im Frühjahr dieses Jahres planmäßig beendet worden, nun geht das Gremium mit teilweise neuer Besetzung in seine nächste Arbeitsphase bis 2016. Die von Bundesforschungsministerin Annette Schavan in Abstimmung mit fünf weiteren Bundesministerien berufenen Experten decken ein breites Spektrum an für die Bioökonomie relevanten Kompetenzen ab: Sie reichen von der Pflanzen- und Agrarforschung über die Nutztier- und Biodiversitätsforschung bis hin zur Biotechnologie, der Energieforschung und der Sozioökonomie. Vier Vertreter von Biotechnologie-Unternehmen gehören dem Rat künftig an. Neben Holger Zinke (Brain AG), der Gründungsmitglied des Rates ist, werden erstmals auch Léon Broers (KWS Saat AG) und Christine Lang (Organobalance GmbH) in dem Gremium mitarbeiten. Wiltrud Treffenfeldt vom Chemieunternehmen Dow Europe GmbH wurde ebenfalls für eine zweite Ratszeit berufen. Der Bioökonomierat wird in seiner zweiten Arbeitsphase auch verstärkt die sozioökonomischen Aspekte der Bioökonomie beleuchten. Die dafür notwendige Expertise stellen unter anderem Renate Köcher (Institut für Demoskopie Allensbach), Regina Birner (Universität Hohenheim) sowie Lucia A. Reisch, (Copenhagen Business School) zur Verfügung, die ebenfalls neu in den Rat berufen wurden.

Doppelspitze trägt komplexem Thema Rechnung
Bei der ersten Zusammenkunft in Berlin haben sich die anwesenden Mitglieder erstmals in der Geschichte des Rates auf zwei Vorsitzende geeinigt: Mit der Berliner Biotechnologin Christine Lang und dem Bonner Agarökonomen Joachim von Braun wird damit ein gemischtes Doppel den Bioökonomierat repräsentieren. Damit werde der Komplexität und thematischen Breite der Bioökonomie Rechnung getragen, kommentierte das BMBF in einer Pressemitteilung. Christine Lang, Geschäftsführerin der Organobalance GmbH in Berlin, zählt zu den Neuberufenen des Gremiums (mehr zu ihrem Profil: hier klicken). “Die wissensbasierte Bioökonomie stellt eine wesentliche Grundlage für die immer stärkere Biologisierung der Industrie dar”, sagte sie. Joachim von Braun ist Direktor des Zentrums für Entwicklungsforschung in Bonn. Der Agrarökonom ist bereits seit dessen Gründung Mitglied des Bioökonomierats. “Deutschland ist auf gutem Wege zu einer nachhaltigen Wirtschaft, die sich an natürlichen Stoffkreisläufen orientiert”, sagte von Braun in Berlin. Er resümierte die zentralen Herausforderungen für die Bioökonomie: “Das große Ziel ist, die weltweite Ernährung zu sichern, gesunde und sichere Lebensmittel zu produzieren, die Agrarproduktion nachhaltig zu gestalten, Energieträger auf biogener Basis auszubauen und nachwachsende Rohstoffe industriell zu nutzen”, so von Braun.

Source: Biotechnologie, 2012-09-21.

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