23 Juli 2008

Biomassepotentiale besser nutzen

Anregungen aus dem Expertenworkshop in Halle

Auf Einladung der Stadtwerke Halle und der IHK Halle-Dessau trafen sich Experten im Bereich Biomasse. Im Mittelpunkt standen praxisorientierte Lösungen zur regionalen Nutzung der Biomasse. Die Region Halle/Saalekreis ist auf dem Weg, ein bedeutender Wissenschafts- und Industrie-Cluster für diesen Bereich in Deutschland zu werden. Davon überzeugte sich auch Sachsen-Anhalts Ministerin für Landwirtschaft und Umwelt, Petra Wernicke.

Biomasse, also organisches Material welches im Zuge seines Wachstums Energie gespeichert hat, ist eine wesentliche regenerative Energieressource der Zukunft. Um die Forschung und Nutzung in diesem Bereich zu fördern, laden die Stadtwerke Halle regelmäßig Fachleute aus Wissenschaft und Industrie aus ganz Deutschland zu Expertentreffen nach Halle. Zum Thema “Unser Biomassepotential – besser nutzen, mehr erreichen” fand kürzlich der sechste “Biomasse-Workshop” mit über 60 Teilnehmern statt.

Regionale Wirtschaftsunternehmen stellten ihre Konzepte zur Nutzung von Biomasse vor: So betreibt die Südzucker AG Zeitz seit 2005 eine Bioethanolanlage. Hauptrohstoffe sind Weizen und ein Zwischenprodukt aus der Zuckerproduktion. Die CARE Biogas GmbH nutzt biogene Abfälle als Ausgangsstoff für Energie und Dünger. Die agri.capital GmbH betreibt an ihrem Standort Könnern seit 2007 eine Biogasanlage, die Rohbiogas in Bioerdgas umwandelt und in das Erdgasnetz der MITGAS einspeist. Rohstoffe sind Maissilage, Gülle und Getreide. Die KSB AG trägt mit Tauchmotorrührwerken in Biogasreaktoren zur Effizienzsteigerung bei der Biogasgewinnung bei.

Sachsen-Anhalts Ministerin für Landwirtschaft und Umwelt, Petra Wernicke, die an dem Expertentreffen teilnahm, forderte den Ausbau der Biomasseforschung: “Die derzeit geführten Diskussionen um gestiegene Nahrungsmittelpreise und die stoffliche und energetische Nutzung von Biomasse tragen allein nicht dazu bei, die Konkurrenzsituation und die Lage am Markt zu entschärfen.” Die Ministerin verwies auf die 2008 vom Land erstellte Biomassepotentialstudie, die belegt, dass regional noch weitere Potentiale nutzbar sind. Sie machte aber auch deutlich, dass die noch frei verfügbaren Biomassepotentiale geringer sind als die gegenwärtig bereits genutzten. Damit sei der Erweiterung der Biomassenutzung Grenzen gesetzt, so die Ministerin.

Der Vorsitzende der Stadtwerke-Geschäftsführung, Wilfried Klose, machte deutlich, dass Ergebnisse nur dann erreicht werden können, wenn Alle das Miteinander pflegen: die Produzenten der Biomasse, die Unternehmer, die Vermarkter, die Verbraucher der Bioenergie und natürlich Forschung, Entwicklung und Lehre, die die Entwicklungsprozesse begleiten und vorantreiben müssen.

Source: Stadtwerke Halle GmbH, Pressemitteilung, 2008-07-22.

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