17 November 2008

BiomasseForschungsZentrum Neuss plant mobile BtL-Anlage

Ziel: Synthesegas und synthetische Biokraftstoffe ohne fossilen Input

In Kooperation mit einem mittelständischen Anlagenbauer aus der Nähe von Stuttgart und einem der führenden österreichischen Wissenschaftler auf dem Gebiet der Erforschung flüssiger und gasförmiger Biomasse geht die BiomasseForschungsZentrum Neuss GmbH neue Wege. Mit einem geplanten Forschungsetat von 1,2 Mio. Euro sollen in den nächsten 3 Jahren die Grundsteine für die industrielle Gewinnung von Biokraftstoffen aus Agrarabfallprodukten gelegt werden.

Die BiomasseForschungsZentrum Neuss GmbH tritt ab Februar 2009 an, biogene Kraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen bzw. Agrarreststoffen CO2-neutral und ohne sonstige Umweltbelastungen zu erzeugen. Erreicht werden soll das mit Hilfe containerisierter Anlagen, die an großen Sammel-bzw. Lagerpunkten für Biomasse aufgebaut werden, um auch die Transportwege kurz zu halten.

Autarke Produktion
Wenn Agrarreststoffe verflüssigt oder in Gas umgewandelt werden, gibt es bei den derzeit genutzten Verfahren einige Schwachstellen, die das Neusser Forschungszentrum vermeiden will. Die meisten existierenden Anlagen sind stationär und benötigen die übliche industrielle Infrastruktur. Im Regelfall müssen die notwendigen Rohstoffströme über Straße und Schiene zugeführt werden, was den CO2-minderenden Effekt fast wieder aufhebt. Außerdem sind die Produktionsstätten meist auf andere Primärenergieträger wie zum Beispiel Gas angewiesen, um die chemischen Prozesse in Gang zu halten.

Hier setzen die Neusser an: Als Herzstück der Anlage und als Lieferant für die nötige Prozesswärme und den erforderlichen Strom dient ein von der Muttergesellschaft, der HummelEnergie Systeme GmbH Neuss entwickelter, eigenständiger Generator. Nachdem der Produktionsprozess einmal angelaufen ist, wird dieser Energieerzeuger dann mit dem selbst produzierten Synthesegas betrieben. Mit Aggregaten dieser Art wird das Unternehmen in Neuss in Kürze die weltweit ersten grundlastfähigen biogenen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen in Betrieb nehmen.

Effektive Rohstoffnutzung
Werden Agrarreststoffe wie z.B. gehäckselte Baumrückschnitte mit bestimmten chemischen Verfahren behandelt, entsteht ein Synthesegas, das anschließend durch einen gesteuerten Abkühlungsprozess verflüssigt, raffiniert und entschwefelt wird. Der so produzierte synthetische Diesel kann dann auf vielfältige Weise als CO2-neutraler Treibstoff genutzt werden. Alternativ kann das Synthesegas aber auch in das öffentliche Gasnetz eingespeist werden. Die wenigen verwertbaren Schlackenstoffe, die bei dieser Umwandlung entstehen, werden der Düngemittelproduktion zugeführt oder in andere industrielle Prozesse abgegeben.

Ressourcenschonende Produktion
Ziel der Neusser ist es, so der für Strategie und Unternehmensentwicklung verantwortliche Geschäftsführer Stefan Ofcarek, ein funktionierendes mobiles Produktionssystem zu entwickeln, das ohne die schwindenden Ressourcen an fossilen Treibstoffen auskommt. “Wir wollen ein durch Containerisierung flexibles System entwickeln, das die überall vorhandenen Agrarreststoffe effizient nutzen und daher weltweit eingesetzt werden kann”, so Ofcarek.

Über die BFZ BiomasseForschungsZentrum Neuss GmbH
Das Unternehmen BFZ BiomasseForschungsZentrum Neuss GmbH ist ein 2008 gegründetes Tochterunternehmen der HummelEnergie Systeme GmbH, die zum Verbund der Argos Deutschland GmbH gehört. Die Unternehmensgruppe hat ein Stammkapital rund 2 Mio. Euro. Aktuell sind ca. 15 Mitarbeiter beschäftigt. Die Muttergesellschaft Argos B.V. ist eines der großen unabhängigen Ölunternehmen der Niederlande mit Sitz in Rotterdam.

Kontakt
Stefan Ofcarek (Geschäftsführer)
BFZ BiomasseForschungsZentrum Neuss GmbH
Duisburger Straße 6
41460 Neuss
Tel.: 02131-739 99 20
E-Mail: s.ofcarek@hummelenergie.de

Source: Presseportal, Pressemitteilung der HummelEnergie Systeme GmbH, 2008-11-14.

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