15 September 2009

Biomasseaktionsplan NRW: Zuerst stoffliche Nutzung!

Mehr Biostrom und -wärme vor allem durch Reststoffe und mehr Effizienz

Nordrhein-Westfalen setzt sich neue Ziele beim Ausbau der Bioenergie. Umweltminister Eckard Uhlenberg, Wirtschaftsministerin Christa Thoben, der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes Franz-Josef Möllers sowie Markus Schmidt vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft Landesgruppe NRW haben am 14. September den neuen Biomasseaktionsplanes vorgestellt.

bioenergie.jpgDie Landesregierung will die Strom- und Wärmeproduktion aus Biomasse bis zum Jahr 2020 von knapp 9 Milliarden Kilowattstunden auf fast 18 Milliarden Kilowattstunden verdoppeln. Damit können 20 Prozent des Strombedarfs und 10 Prozent des Wärmebedarfs der Privathaushalte Nordrhein-Westfalens abgedeckt werden. “Gerade im Bereich der Biomasse können wir in Nordrhein-Westfalen sowohl energie- als auch industriepolitisch noch einiges bewegen”, betonte Ministerin Thoben.

Über 60 Prozent der Ausbaupotenziale sollen aus Rest- und Abfallstoffen oder der Verbesserung von Wirkungsgraden gewonnen werden, um Konkurrenzen um den knappen Rohstoff zu minimieren. Ausbauziele für Biotreibstoffe setzt sich das Land nicht, da schon heute die hierfür erforderlichen Rohstoffe weitgehend importiert werden müssen. “Biomasse muss daher mit hoher energetischer und volkswirtschaftlicher Effizienz eingesetzt werden. Das bedeutet konkret, die Biomasse erst stofflich zu verwerten, z.B. das Holz erst zu Möbeln zu verarbeiten und nach dieser Nutzungsphase über weitere Zwischennutzungen (Furnier oder Spanplatten) zuletzt die Reste einer energetischen Verwertung, d.h. die Erzeugung von Energie beispielsweise durch Verbrennung im Kraftwerk, zuzuführen”, führte Ministerin Thoben aus.

Aus Sicht der Energiewirtschaft betonte Schmidt die Bedeutung von Planungssicherheit und langfristiger Rohstoffversorgung. “Mit dem Biomasseaktionsplan setzt die Landesregierung ein deutliches Signal für Energieproduzenten und Investoren”, erklärte Schmidt. “Die jetzt unterzeichnete Rahmenvereinbarung zur Erzeugung von Bioenergie ist ein erster Schritt zur konkreten Umsetzung von Bioenergieprojekten”, so Möllers und Schmidt. “Insbesondere freut uns, dass die Rahmenvereinbarung Rücksicht auf die regionalen und lokalen Nutzungskonkurrenzen zwischen der Nahrungsmittelproduktion einerseits und der Bioenergieerzeugung anderseits nimmt.”, sagte der WLV-Präsident.

Als weitere Maßnahmen des Biomasseaktionsplanes stellte Minister Uhlenberg ein verbessertes Informationsangebot durch die EnergieAgentur.NRW und die Förderung eines Bioenergiemanagements auf Kreisebene in Aussicht. “Wir kennen nun die Potenziale, aber wir wissen, dass die Umsetzung der Ziele wesentlich vom örtlichen Engagement abhängen. Deshalb fördern wir Menschen, statt die x-te wissenschaftliche Potenzialstudie”, erläuterte Uhlenberg den neuen Handlungsschwerpunkt, der zunächst in sechs Kreisen als Pilotprojekt angelegt ist. Die Anträge der Kreise Recklinghausen, Steinfurt und Unna wurden bereits bewilligt.

Weitere Informationen
Bioenergie.2020.NRW. Biomasseaktionsplan zum nachhaltigen Ausbau der Bioenergie in Nordrhein-Westfalen (PDF-Dokument, 3,2 MB)

Source: Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW, Pressemitteilung, 2009-09-14.

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