12 März 2010

Biomasse: Vorerst keine verbindlichen Nachhaltigkeitskriterien

EU-Mitgliedstaaten sollen sich an unverbindlichen Leitlinien orientieren

Die Europäische Kommission verzichtet vorerst auf die Vorlage verpflichtender Nachhaltigkeitskriterien für Biomasse. Stattdessen sollen sich die EU-Mitgliedstaaten an unverbindlichen Leitlinien orientieren. Mehr ist nach Ansicht der Brüsseler Behörde derzeit nicht nötig.

Das Risiko, heimische Biomasse könnte nicht nachhaltig produziert worden sein, wird angesichts der vorrangigen Herkunft aus Abfällen der Land- und Forstwirtschaft als gering bewertet. Daneben sieht die Kommission angesichts der Vielzahl der Biomasserohstoffe Schwierigkeiten, einheitliche Kriterien aufzustellen. Das geht aus einem neuen Bericht der Generaldirektion Energie hervor. Die Mitgliedstaaten der Gemeinschaft sind im Rahmen der EU-Richtlinie für erneuerbare Energien gehalten, bis Juni 2010 Aktionspläne vorzulegen, wie die Ziele für das Ausschöpfen des Biomassepotentials im Strom-, Wärme und Verkehrssektor auf nationaler Ebene erreicht werden können.

Die Kommission will diese Konzepte bis Ende 2011 prüfen. Bis 2020 sollen 20% des EU-Energieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen stammen. Den Mitgliedstaaten empfiehlt die Behörde jetzt unter anderem ein allgemeines Verbot der Nutzung von Biomasse, die von umgewandelten Waldflächen oder aus sonstigen Gebieten mit hohem Kohlenstoffbestand beziehungsweise mit großer biologischer Vielfalt stammt. Die Herkunft der Biomasse soll überwacht werden. Darüber hinaus will Brüssel die Ausarbeitung konkreter Nachhaltigkeitskriterien für so genannte indirekte Landnutzungsänderungen internationalen Organisationen überlassen. Allerdings behält sich die Kommission das Recht vor, die Situation bis Ende 2011 neu zu bewerten und gegebenenfalls doch verbindliche Vorschläge zu machen, sollten multinationale Vereinbarungen bis dahin noch ausstehen oder Länder die Umsetzung verschleppen.

Source: top agrar, 2010-03-08.

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