Biomasse produzieren, Recht auf Nahrung wahren: Projekt „Food Security Standard“

Im seit Mai 2017 laufenden Vorhaben geht es nun darum, diese Kriterien in regulär laufende Zertifizierungsprozesse zu integrieren und zu erproben

Zertifizierungs-Systeme für die nachhaltige Produktion von Biomasse gibt es viele. Die Frage der Ernährungssicherheit berücksichtigen sie bislang jedoch kaum, auch wenn sie in Ländern zertifizieren, in denen Hunger herrscht. Die wenigen existierenden Vorschläge werden in der Praxis noch nicht angewandt, da sie i. d. R. sehr komplex sind. Hier setzen die Welthungerhilfe, der WWF und die Universität Bonn an: Sie wollen bestehende Systeme im Biomasse-Bereich durch Kriterien ergänzen, die das Menschenrecht auf angemessene Ernährung (nach der Definition der FAO auf dem World Food Summit 1996) sicherstellen. In einem Vorläuferprojekt haben die drei Projektpartner bereits den konzeptionellen Rahmen und 45 konkrete Kriterien entwickelt bzw. aus bestehenden Standards übernommen. Im seit Mai 2017 laufenden Vorhaben geht es nun darum, diese Kriterien in regulär laufende Zertifizierungsprozesse zu integrieren und zu erproben. Dies erfolgt an Standorten, an denen bereits Biomasse für den Weltmarkt produziert wird. Große Nachhaltigkeitsstandards wie International Sustainability and Carbon Certification (ISCC), Roundtable on Sustainable Palmoil (RSPO) und Cotton made in Africa kooperieren mit dem Projektteam und wollen den neuen Food Security Standard (FSS) unter realen Bedingungen prüfen. In Bolivien und Guatemala soll der FSS seine Praxistauglichkeit im Zuckerrohranbau beweisen, und zwar sowohl bei Kleinbauern als auch auf Plantagen. In der Côte d’Ivoire wird der kleinbäuerliche Baumwollanbau einbezogen. Ein Pilot ist im Kakaoanbau in Sierra Leone geplant, und in Malaysia und Indonesien geht es um den Ölpalmen-Anbau.

Ist der FSS erfolgreich, gilt es, ihn in der Breite bekannt zu machen. Auf der Arbeitsagenda des Projektes steht deshalb auch die Ansprache wichtiger weiterer Stakeholder aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Nur mit einem breiten Bündnis lässt sich das Primat der Ernährungssicherung in der Bioökonomie einhalten.

Source

Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe e.V., Pressemitteilung, 2017-11-06.

Supplier

Deutsche Welthungerhilfe e.V.
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
International Sustainability & Carbon Certification (ISCC)
Roundtable On Sustainable Palm Oil (RSPO)
Universität Bonn
World Wildlife Fund (WWF)

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