2 Februar 2004

Biomasse-Offensive in Tirol

“Im ökologisch sensiblen alpinen Raum ist intelligente Energieversorgung geradezu eine Verpflichtung und für die Aufrechterhaltung des Tourismus eine unabdingbare Voraussetzung”, begründet Klaus Flörl von der TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG die Biomasse-Offensive bei der Errichtung von Heizkraftwerken. Derzeit sind bereits 29 Nah- und Fernwärmeanlagen auf Basis von Biomasse in Betrieb, zahlreiche weitere mit einem Investitionsvolumen von rund 120 Millionen Euro werden im Rahmen des Projektes “wärme tirol” folgen.

Voraussetzung für den wirtschaftlichen Einsatz von Biomasse zur Wärme- und in geringerem Ausmaß auch zur Stromerzeugung sind Versorgungsgebiete mit entsprechender Dichte sowie das Vorhandensein regionaler Brennstoffe. Es wird bei “wärme tirol” daher darauf geachtet, dass das benötigte Holz aus der Region kommt und so lange Transportwege ausgeschlossen werden, was gleichermaßen ökologisch und ökonomisch Sinn macht. “wärme tirol” pflegt daher in erster Linie Kooperationen mit lokalen und regionalen Bauern, Agrargemeinschaften und der Sägeindustrie. Die Wertschöpfung bleibt so zur Gänze im Land.

So etwa werden beim Biomasse-Heizkraftwerk der Stadtwärme Lienz rund 30 Prozent der benötigten Brennstoffe von örtlichen Bauern geliefert – die Tendenz ist steigend. Neben den ökonomischen Effekten sind in der Osttiroler Bezirkshauptstadt übrigens auch die ökologischen Verbesserungen beachtlich. In nur zwei Jahren ist es etwa gelungen, die Staubbelastung in der Stadt um zirka zwei Drittel zu senken. Lienz atmet auf, und ähnlich positive Umwelteffekte erwartet man sich auch von den bereits in Bau befindlichen bzw. projektierten Anlagen in Kufstein, im Ötztaler Längenfeld, in der Region Hinteres Zillertal sowie in Zams und Landeck.

Von den ökologischen Aspekten abgesehen, soll mit den Vorhaben der “wärme tirol” aber auch auf gesteigerte Komfortansprüche der Kunden reagiert werden. Für eine störungsfreie Versorgung sorgen qualifizierte Technik-Teams ebenso wie die Anwendung modernster Technologien. Ein weiterer Vorteil ergibt sich daraus, dass die einzelnen Haushalte und Betriebe, die an der Fernwärme “hängen”, keinen Heizraum mehr benötigen. Auch sämtliche Brandschutzeinrichtungen fallen weg, was wiederum Platz und Geld spart. Schließlich ergibt sich auch noch der unschätzbare Vorteil, dass die Anlage jederzeit erweiterbar ist, ohne dass ein neuer Heizkessel angeschafft oder gar Zubauten getätigt werden müssen. “Die Biomasse-Projekte von “wärme tirol” genießen absolute Priorität, weil sie wesentliche touristische Markenzeichen wie, “gesunde Luft” und “intakte Umwelt” bewahren helfen und gleichzeitig eine gewisse Unabhängigkeit von globalen Entwicklungen mit positiven wirtschaftlichen Effekten kombinieren”, ist Klaus Flörl überzeugt.

Source: Magazin Ökoenergie vom 2004-02-02.

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