14 April 2010

Biomasse ist Motor der “Energiestrategie Österreich”

46 Prozent der österreichischen Energieerzeugung kommt derzeit aus Biomasse

Biomasse ist Motor der neuen Energiestrategie. Sie ist klar Nummer eins bei der inländischen Energieerzeugung und hat die besten Arbeitsplatzeffekte. Diese zentrale Rolle der biogenen Rohstoffe für das österreichische Energiesystem bestätigt die am 11.03.2010 vom Umweltminister und Wirtschaftsminister präsentierte Energiestrategie ganz klar.

“Sowohl das 34%-Ziel für die Erneuerbaren als auch das 16%-Reduktionsziel für Treibhausgase können wir bis 2020 nur mit einem weiteren Ausbau der Bioenergie schaffen. Biomasse hat bereits jetzt den größten Anteil an inländischer Energieerzeugung und sie wird durch die Umsetzung der Maßnahmen im Rahmen der Energiestrategie bis 2020 einen noch größeren Beitrag für die Versorgung leisten müssen. Die Ausgangslage und die Ziele liegen nun als Fakten auf dem Tisch. Jetzt müssen rasch konkrete Taten folgen, damit wir unsere Potenziale in allen Bereichen optimal nutzen können”, erklärte Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich.

Platz 1 für Biomasse
Rund die Hälfte der inländischen Energieerzeugung (46 %) kommt derzeit aus Biomasse, etwa 29 % aus Wasserkraft, und nur 3% aus sonstigen erneuerbaren Quellen (Windkraft, PV, Solarthermie, Wärmepumpe, etc.), wie die Statistik Austria belegt. Die österreichische Öl- und Gasproduktion trägt mit 22% nur einen bescheidenen Anteil zur inländischen Energieaufbringung bei, wobei die heimischen Reserven bereits 2020 weitgehend aufgebraucht sein werden. Schon in den Verhandlungen mit der Europäischen Kommission zum 34%-Ziel stellte Österreich sein weiteres Ausbaupotenzial für erneuerbare Energie bis zum Jahr 2020 dar.

“Als Ergebnis muss bei einem Gesamtpotenzial von etwa 200 Petajoule (PJ) mehr als die Hälfte (ca. 105 PJ) aus Biomasse kommen, der Rest teilt sich zu ungefähr gleichen Teilen auf Wasserkraft, Windkraft, Solarthermie und Wärmepumpe sowie ein wenig Photovoltaik auf. Um das auch umzusetzen, brauchen wir jetzt positive Rahmenbedingungen, auf die wir uns verlassen können. Die notwendigen Investitionen können nur getätigt werden, wenn sich nicht abermals eine unsinnige Stop-&-Go-Politik wie beim Ökostromgesetz wiederholt. Stabile Rahmenbedingungen für den kontinuierlichen Bioenergieausbau müssen daher ein wichtiges Ergebnis der Strategiearbeit sein”, forderte Wlodkowski.

Größte Arbeitsplatzeffekte
“Aktuelle Studien auf EU- und nationaler Ebene bestätigen die enorm positiven Arbeitsplatzeffekte biogener Energieträger. Das zeigt auch der EurObserver, der für 2008 die direkten Beschäftigungseffekte der regenerativen Energietechnologien in 14 EU-Ländern untersucht hat. In diesen Ländern wurden durch die Erneuerbaren 660.000 Arbeitsplätze als direkter Beschäftigungseffekt geschaffen beziehungsweise abgesichert. Davon entfielen mehr als 42% auf biogene Energieträger”, strich Wlodkowski hervor.

Auch aktuelle Zahlen für Österreich zeigen die überragende Rolle biogener Rohstoffe bei der Absicherung von Jobs. Eine Studie der TU Wien weist für das Jahr 2008 etwa 38.000 Vollzeitäquivalent als Arbeitsplatzeffekte erneuerbarer Energietechnologien aus. Davon sind 60% den biogenen Energieträgern zuzuordnen. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Differenzierung der Arbeitsplatzeffekte zwischen Investitionseffekten (18.000 Vollzeitäquivalent) und Betriebseffekten (20.000 Vollzeitäquivalent). Dabei zeigt sich nochmals der überdeutliche Vorteil biogener Energieträger für die Beschäftigungseffekte im ländlichen Raum, denn die besonders langfristig wirksamen Betriebseffekte gehen zu 85% auf das Konto der Biomasse.

“Gerade in der Wirtschaftskrise sind die langfristig wirksamen Beschäftigungseffekte der Bioenergie besonders wichtig. Biomasse schafft nicht nur in der Investitionsphase wertvolle Arbeitsplätze, sondern über die gesamte Betriebsdauer der Anlagen. Jetzt geht es darum, gemeinsam mit allen Kräften die richtigen Weichen zur Absicherung und Schaffung möglichst vieler Jobs in Österreich zu stellen. Die Energiestrategie ist ein wichtiger Baustein dabei. Darüber hinaus bleibt die Versorgungssicherheit für die nächsten Jahrzehnte eine der wichtigsten Herausforderungen der Energiepolitik. Auch hier gilt: Nachhaltige Lösungen gibt es nur mit erneuerbarer Energie”, hielt Wlodkowski fest.

Source: Proplanta, 2010-03-14.

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